Denkmal/Gedenkstätte

Bundeshaus

Platz d. Vereinten Nationen, 53113 Bonn

Highlights

  • Im Plenarsaal hängt die schwarz-rot-goldene Fahne vom Hambacher Fest 1832, ein frühes Nationalsymbol der deutschen Einheit.
  • Der Gipsadler von Ludwig Gies (1953) gehört heute zur Sammlung des Hauses der Geschichte und prägte das Bonner Parlamentsbild.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Besuch des Bundeshauses und der umliegenden Bereiche.
  • Die Ausstellung im ehemaligen Bundesrat zeigt historische Aspekte des Grundgesetzes und der deutschen Demokratiegeschichte.
  • Die Architektur des Bundeshauses spiegelt mit ihrer klaren, funktionalen Gestaltung die politische Neuorientierung der Bundesrepublik wider.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Bonn: Bundeshaus – Kulturdenkmal erkunden

Das Bundeshaus in Bonn ist ein bedeutendes historisches Wahrzeichen der deutschen Nachkriegszeit und ein zentraler Ort der politischen Geschichte der Bundesrepublik. Die sachliche, funktionale Architektur des Gebäudes – entworfen von Paul Bonatz und Otto Hof – spiegelt den Willen zur Neuorientierung nach dem Zweiten Weltkrieg wider und setzte bewusst einen Kontrast zu den prunkvollen Bauten der Kaiserzeit.

Das Bundeshaus war Schauplatz historischer Reden und politischer Entscheidungen, die die deutsche Geschichte prägten. Hier hielt Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1985 eine der bewegendsten Ansprachen zum 40. Jahrestag des Kriegsendes, in der er die Verantwortung der Deutschen für die Verbrechen des Nationalsozialismus thematisierte. Auch feministische Debatten wie die kontroverse Rede von Waltraud Schoppe über „alltäglichen Sexismus“ im Jahr 1983 fanden hier statt. Die neutrale, aber eindrucksvolle Architektur des Plenarsaals mit seinem Rednerpult und der Fahnenstange – an der seit 1832 die Farben Schwarz-Rot-Gold wehen – unterstreicht die Verbindung zu den demokratischen Traditionen Deutschlands.

Seit 1994 beherbergt das Bundeshaus die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die mit wechselnden Ausstellungen die politische und gesellschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik aufzeigt. Neben der politischen Geschichte zeigt die Stiftung auch Alltagsgegenstände wie den berühmten Gipsadler von Ludwig Gies, der ursprünglich für den Bundestag geschaffen wurde und heute als Teil der Sammlung die symbolische Kraft der Bundesrepublik illustriert.

Das Bundeshaus ist nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein barrierefreies Kulturzentrum. Der Rollstuhlgerechte Zugang und Parkplatz machen es für alle Besucher zugänglich. Die Stiftung legt Wert darauf, die Geschichte der Bundesrepublik lebendig zu halten – von den ersten Schritten der Demokratie bis zu den gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart. Wer die Wurzeln der deutschen Einheit und die Entwicklung der modernen Demokratie verstehen möchte, findet hier eine faszinierende Zeitreise.

Als Teil des historischen Bonner Regierungsviertels liegt das Bundeshaus in unmittelbarer Nähe zu anderen bedeutenden Orten wie dem Haus der Geschichte und dem Bundeskanzleramt, das ebenfalls in den 1960er-Jahren erbaut wurde.

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