Kirche/Kloster

Georgskapelle

Am Alten Friedhof 17, 53111 Bonn

Highlights

  • Die Georgskapelle in Bonn entstand um 1230 als Teil der Deutschordenskommende Ramersdorf und ist ein dreischiffiger Hallenbau mit frühgotischen Elementen.
  • Die Kapelle beherbergte einst 65 mittelalterliche Wandmalereien (um 1330) und diente bis 1807 als Prozessionsziel für Pilger aus Oberkassel und Küdinghoven am Georgstag.

Tipps

  • Der dreischiffige Hallenbau mit Dreiapsidenschluss und rekonstruierten Vierpassfenstern bietet Einblicke in die mittelalterliche Architektur der Deutschordenskommende.
  • Die Wandmalereien aus dem 13. und 14. Jahrhundert wurden nach ihrer Entdeckung im 19. Jahrhundert dokumentiert und gelten als bedeutende Zeugnisse der rheinischen Kunstgeschichte.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Georgskapelle Bonn – Sakrale Kultur im Herzen der Stadt

Die Georgskapelle in Bonn zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen mittelalterlicher Sakralarchitektur im Rheinland und vereint romanische und frühgotische Bauelemente in einzigartiger Weise. Ursprünglich als Teil der Deutschordenskommende Ramersdorf um das 13. Jahrhundert errichtet, diente sie den Konventsmitgliedern als zentraler Gebetsort. Der dreischiffige Hallenbau mit seinem charakteristischen Dreiapsidenschluss und dem südseitigen Turm war nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch Schauplatz religiöser Prozessionen aus den umliegenden Pfarreien, insbesondere am Georgstag.

Ein prägendes Ereignis in der Geschichte der Kapelle war ein Brand im 19. Jahrhundert, der große Teile der Kommende zerstörte. Besonders die Rettung der Georgskapelle durch den Abriss und die Translozierung auf den Alten Friedhof gilt als herausragendes Beispiel rheinischer Denkmalpflege. Die Kapelle wurde dabei aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst, doch durch sorgfältige Rekonstruktion – etwa der Wiederherstellung der romanischen Dachgesimse und der ursprünglichen Fensterformen – erhielt sie ihr mittelalterliches Erscheinungsbild zurück. Die Südwestausrichtung auf dem Friedhof widersprach zwar der ursprünglichen Ostausrichtung, doch historische Abbildungen bestätigen diese Anpassung.

Der Kunsthistoriker Christian Hohe dokumentierte diese Malereien im 19. Jahrhundert durch Reproduktionen und Skizzen, von denen viele heute im LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland aufbewahrt werden. Die Szenen umfassen biblische Darstellungen wie die Krönung Mariens, die Einführung Seliger in das Himmelreich oder den segnenden Bischof – ein Zeugnis der lebendigen Frömmigkeit des Mittelalters.

Die Georgskapelle steht heute unter Denkmalschutz und ist als Teil des Alten Friedhofs ein geschütztes Baudenkmal. Ihre Geschichte spiegelt die Herausforderungen und Erfolge der frühen Denkmalpflege wider: Während moderne Standards heute eine Translozierung kritisch sehen würden, wurde die Kapelle damals als spektakuläres Vorhaben gefeiert, das den Wert mittelalterlicher Baukunst bewahrte. Bis heute ist sie ein Ort der Stille und des Nachdenkens – ein lebendiges Stück Bonner Kirchengeschichte.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…