Kirche/Kloster

Stolpersteine Neustadt

Neue Str. 1, 37345 Borgentreich

Highlights

  • Emmy und Sigmund Neustadt handelten mit Manufakturwaren und Getreide bis 1918 in Neustadt.
  • Die Synagoge in Borgholz zeigt 2026 die Ausstellung ‚Gruß aus Borgholz‘ zur jüdischen Geschichte.
  • Burg Borgholz wurde erstmals im 13. Jahrhundert erbaut und mehrfach umgebaut.

Tipps

  • Die Stolpersteine in Neustadt bieten einen historischen Einblick in das Schicksal lokaler Persönlichkeiten während der NS-Zeit.
  • Ein Besuch der nahegelegenen Synagoge ermöglicht vertiefende Einblicke in die jüdische Geschichte des Ortes.
  • Die Kombination mit einem Rundgang durch das historische Zentrum zeigt die Verbindung von Alltagsleben und Verfolgung.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Stolpersteine Neustadt Borgentreich – Kultur & Sakrales

Die Stolpersteine Neustadt in Borgentreich erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus und sind ein zentraler Ort der Erinnerungskultur im Ort. Die kleinen, in den Bürgersteig eingelassen Metallplatten wurden von dem Künstler Gunter Demnig verlegt und tragen die Namen von Menschen, die hier einst lebten, arbeiteten oder sich aufhielten, bevor sie aufgrund rassistischer Verfolgung deportiert, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden.

Borgentreich, eingebettet in die historische Region des Paderborner Landes, verbindet auf diese Weise lokale Geschichte mit bundesweiter Erinnerungspolitik. Die Stolpersteine dokumentieren das Schicksal von Familien wie den Neustadt, die bis 1918 eine Manufaktur und einen Getreidehandel betrieben. Ihre Biografien spiegeln die Verfolgung von jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern wider, die einst zum kulturellen und wirtschaftlichen Leben des Ortes gehörten.

Die Initiative zur Verlegung der Stolpersteine knüpft an die Tradition der Aufarbeitung vergangener Verbrechen an und macht die Spuren der NS-Zeit im Alltag sichtbar. Borgentreich gehört damit zu den Orten im Kreis Höxter, die sich aktiv der Erinnerung an die Opfer verschrieben haben. Die Steine liegen oft nahe den letzten bekannten Wohnorten der Betroffenen und laden dazu ein, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

In der Nähe liegt das Rittergut Burg Borgholz, das seit dem 13. Jahrhundert bezeugt ist und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde. Die Burg steht für die wechselvolle Geschichte der Region und zeigt, wie sich Machtstrukturen und Besitzverhältnisse über die Jahrhunderte wandelten. Heute wird sie von der Familie Möltgen bewirtschaftet und bietet einen Einblick in die ländliche Kultur des Paderborner Landes.

Die Stolpersteine Neustadt sind somit nicht nur ein Mahnmal, sondern auch ein Teil des kulturellen Gedächtnisses Borgentreichs. Sie verbinden individuelle Schicksale mit der kollektiven Erinnerung und regen dazu an, sich mit den Wurzeln der eigenen Heimat auseinanderzusetzen. Die Verlegung der Steine ist ein ständiger Akt der Erinnerung, der die Verantwortung für die Vergangenheit wachhält.

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