Denkmal/Gedenkstätte

Wölbacker Eddessen

Klus Eddessen 1, 34434 Borgentreich-Borgholz

Highlights

  • Klus Eddessen ist eine historische Eremitenklause mit Wallfahrtskapelle im Borgholzer Ortsteil Dalhausen.
  • Die Kluskapelle wurde 1856 erbaut und ist dem Heiligen Kreuz geweiht, Wallfahrten finden jedes Jahr im Mai und September statt.
  • Bruder Ubaldus lebte hier von 1860 bis 1915 als Eremit und ist vor der Kapelle begraben.

Tipps

  • Die Klus Eddessen ist eine Wallfahrtskapelle im Wald, erreichbar über gut ausgebauten Wegen – ideal für Spaziergänge und Besinnung.
  • Parkplätze befinden sich direkt neben der Kapelle, besonders an Wochenenden kann es dort jedoch voll werden.
  • Besonders sehenswert ist der „Hügel der Kreuze“ sowie der historische Gedenkstein aus dem Jahr 1997 mit Eintragungen zu umliegenden Orten.

Eigenschaften

Parkplatz vorhanden Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Wölbacker Eddessen

Die Wölbacker Eddessen, gelegen im Ortsteil Borgholz der Gemeinde Borgentreich im Kreis Höxter, ist eine Wallfahrtskapelle mit angeschlossener Eremitenklause. Sie liegt abseits der Ortschaft, nahe der ehemaligen Siedlung Eddessen, die bereits im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Nach der Zerstörung des Dorfes durch Söldner im Mittelalter entstand an dessen Stelle eine Kapelle, die im Laufe der Jahrhunderte zu einem Ort der Andacht und des eremitischen Lebens wurde. Die heutige Anlage besteht aus einer Bruchstein-Kapelle, die 1856 erbaut wurde, sowie einer Klause, in der seit dem 19. Jahrhundert verschiedene Eremiten ihr zurückgezogenes Leben führten.

Ein zentraler Bestandteil der Stätte ist der sogenannte „Hügel der Kreuze“, eine Anhöhe vor der Kapelle, auf der zahlreiche Kreuze aufgestellt wurden. Dieser Ort zieht Besucher durch seine besondere Atmosphäre und symbolische Ausstrahlung an. Die Kapelle selbst ist dem Heiligen Kreuz geweiht und wird regelmäßig im Rahmen von Wallfahrten und Prozessionen aufgesucht. Besonders im Mai und September finden hier religiöse Feiern statt, die an historische Ereignisse wie die Zerstörung des Ortes im Jahr 1447 oder die Seuche im Borgholzer Ortsteil im 17. Jahrhundert erinnern. Ein großer Findling am Wanderweg markiert den 550. Jahrestag der Zerstörung Eddessens und trägt Gedenkdaten sowie Ortsnamen weiterer betroffener Orte.

Die Geschichte der Klus ist eng verbunden mit dem Leben von Bruder Ubaldus, der von 1860 bis zu seinem Tod 1915 als Eremit hier lebte. Sein Grab vor der Kapelle ist bis heute ein Ort der Erinnerung. Nach ihm folgten weitere Eremiten, darunter Bruder Petrus, Bruder Hilarion und in späteren Jahren auch Schwestern und Laienbrüder, die sich dem eremitischen Leben verschrieben. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Klus zeitweise beschlagnahmt, doch das eremitische Leben setzte nach 1946 unter anderem mit der Rückkehr von Bruder Petrus fort. Auch in den 1970er und 1980er Jahren lebten zeitweise Schwestern und Brüder auf der Klus, zuletzt bis 2018 eine Laienschwester.

Die Anlage ist Teil der katholischen Pfarrgemeinde Borgholz und steht weiterhin als Andachtsstätte offen. Neben der Kapelle gibt es einen restaurierten Dorfbrunnen mit einer Marienstatue, an dem Kerzen entzündet werden können. Die Stätte wird sowohl von Gläubigen als auch von Besucherinnen und Besuchern wahrgenommen, die sich für die spirituelle und kulturelle Dimension des Ortes interessieren. Die ruhige Lage im Wald macht die Wölbacker Eddessen zu einem Ort der Besinnung, der durch seine Geschichte und Architektur besticht.

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