Ausflug Natur

Rheinmittelterrassenkante

Europaring 78, 53332 Bornheim

Highlights

  • Das Naturschutzgebiet Rheinmittelterrassenkante in Bornheim umfasst 12,47 Hektar und besteht seit 1994.
  • Es schützt ein strukturreiches Mosaik aus Brachen, Glatthaferwiesen, Gehölzen und Feuchtbrachen als Lebensraum seltener Arten.
  • Das Gebiet ist gekennzeichnet durch diverse Biotoptypen wie Magergrünland, Streuobstbrachen und Abgrabungsgewässer.

Tipps

  • Ideal für Spaziergänge und Radfahren durch vielfältige Landschaft.
  • Gute Bedingungen für Obst- und Gemüseanbau im bodenreichen Gebiet.
  • Freie Sicht auf die Milchstraße bei klarem Sommerhimmel.

Eigenschaften

Ganzjährig

Über Rheinmittelterrassenkante

Die Rheinmittelterrassenkante ist ein landschaftlich reizvolles Naturschutzgebiet im nordrhein-westfälischen Bornheim, gelegen im Rhein-Sieg-Kreis. Die ca. 12,5 Hektar große Fläche erstreckt sich entlang einer ehemaligen Rheinterrasse und bildet heute ein vielfältiges Biotop-Mosaik. Süd- bis südostexponiert, weist die Kante eine Breite von bis zu 50 Metern auf und beherbergt eine Mischung aus trockenen Glatthaferwiesen, Brachen, Streuobstflächen, Ruderalgesellschaften sowie unterschiedlich dichten Gehölz- und Strauchbeständen. Diese Strukturvielfalt macht das Gebiet zu einem wichtigen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.

Das Areal umfasst verschiedene Biotoptypen, darunter Feuchtbrachen, Nass- und Feuchtgrünlandbrachen, Ufergehölze sowie ehemalige Kiesgruben, die heute teilweise als Abgrabungsgewässer oder Feuchtflächen vorliegen. Insgesamt finden sich hier geschützte Lebensräume gemäß § 42 des Landschaftsgesetzes NRW. Auf der Terrassenkante wachsen unter anderem Weißdorn-, Schlehen- und Holundergebüsche sowie alte Obstbäume. Teilweise sind Flächen mit Bergahorn und Kirschen aufgeforstet oder mit Pappeln und Robinien bestockt. Auch eine wallförmige Aufschüttung mit Gehölzen wie Hartriegel und Weißdorn trägt zur strukturellen Vielfalt bei.

Die Vegetation wird begleitet von blütenreichen Ruderalfluren sowie stellenweise von Brennessel- und Distelflächen. Diese Vielfalt bietet Rückzugsräume für zahlreiche Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Zu den im Gebiet nachgewiesenen Arten zählen unter anderem der Feldsperling, das Rebhuhn und die Wechselkröte, die alle auf der Roten Liste der gefährdeten Arten in Nordrhein-Westfalen stehen. Die ehemals artenreichen Magerrasen sind heute größtenteils auf kleinere Fragmente in den ehemaligen Kiesgruben reduziert.

Das Gelände ist durch verschiedene Eingriffe geprägt: Straßen und Gemüsewege durchschneiden die Terrassenkante, und im Bereich von Sechtem kreuzt sie die bahnlinienbegleitete Trasse Köln–Bonn. Einige angrenzende Kiesgrubenbereiche wurden mittlerweile verfüllt und dienen als Deponie für Bodenaushub und Bauschutt. Auch Abkippungen von Ernteabfällen tragen zur Eutrophierung und Ruderalisierung der Flächen bei. Im Norden des Gebiets befindet sich eine größere, ehemalige Kiesgrube mit steilen Böschungen und einem kleinen Abgrabungsgewässer, dessen Ufer von Weidengebüschen gesäumt wird.

Das Naturschutzgebiet Rheinmittelterrassenkante wurde rechtskräftig geschützt und ist seit Mitte der 1990er Jahre unter Naturschutz gestellt. Es dient sowohl als erdgeschichtliches Dokument als auch als wertvoller Lebensraum inmitten einer intensiv landwirtschaftlich genutzten Region. Die Besonderheit des Standorts zeigt sich besonders in der klaren Sternenansicht in klaren Sommernächten, die von Besucherinnen und Besuchern gerne wahrgenommen wird. Wander- und Radwege in der Umgebung ermöglichen einen leichten Zugang zu diesem landschaftlich schönen Ort.

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