Archäologische Zone - Alter Markt
Highlights
- Die Archäologische Zone am Alten Markt zeigt Spuren von über 1000 Jahren Stadtgeschichte mit mittelalterlicher Pfalzanlage und spätgotischer Salvatorkirche.
- Hier wurden prähistorische Funde gesammelt, die heute im Kultur- und Stadthistorischen Museum die bedeutendste Archäologie-Sammlung des unteren Niederrheins bilden.
- Fundbergungen und Grabungen seit dem 19. Jahrhundert dokumentieren die Entwicklung von der Römerzeit bis ins Industriezeitalter – zugänglich in Vereins- und Museumsbeständen.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang über einen Aufzug ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in die archäologische Zone.
- Die Präsentation archäologischer Funde zeigt Entwicklungen vom Frühmittelalter bis ins Industriezeitalter und bietet Einblicke in die regionale Geschichte.
- Die Kombination aus Freilichtbereich und Museumssammlung verdeutlicht die historische Kontinuität des Alten Marktes über mehr als tausend Jahre.
Eigenschaften
Archäologie Duisburg: Alter Markt entdecken
Die Archäologische Zone – Alter Markt in Duisburg ist ein faszinierender Ort, der über tausend Jahre Stadtgeschichte unter freiem Himmel lebendig werden lässt. Direkt unterhalb der spätgotischen Salvatorkirche und der historischen Pfalzanlage sowie in unmittelbarer Nähe des 1902 errichteten Rathauses auf dem Burgplatz pulsiert seit Jahrhunderten das Leben. Die Zone verbindet archäologische Forschung mit sichtbaren Spuren vergangener Epochen und bietet Einblicke in die frühe Besiedlung des Niederrheins – von der Römerzeit bis ins Mittelalter.
Die Wurzeln der archäologischen Sammlung reichen bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück, als private Initiativen und der Verein Niederrheinische Vorgeschichtsforschung (später Niederrheinische Heimatforschung) systematisch Funde aus Grabungen und Fundbergungen sammelten. 1928 übergab der Verein seine urgeschichtlichen Bestände als Geschenk an die Stadt Duisburg, was den Grundstein für eine der bedeutendsten archäologischen Sammlungen der Region legte. Die Zusammenarbeit mit der Stadt führte zur Zusammenführung der heimatgeschichtlichen Schätze aus Duisburg und Hamborn, die später im Niederrheinischen Museum (heute Kultur- und Stadthistorisches Museum) untergebracht wurden.
Besonders hervorzuheben sind die Funde aus den Hügelgräberfeldern sowie die Grabbeigaben der fränkischen Zeit, die seit dem 19. Jahrhundert dokumentiert werden. Der Archäologe Heinrich Averdunk veröffentlichte bereits 1902 eine Führung durch die Duisburger Altertumssammlung, während Eduard Wildschrey ab 1926 die Sammlung wissenschaftlich betreute. Später prägte der Heimatforscher Rudolf Stampfuß die Forschung, indem er die Sammlungen systematisch ausbaute und die Zusammenarbeit mit dem Museum vertiefte – trotz finanzieller Herausforderungen, die oft moderneren Kulturprojekten zugutekamen.
Die Zone selbst spiegelt die historische Entwicklung des Alten Marktes wider, der seit dem Mittelalter ein zentraler Ort war. Die mittelalterliche Stadtmauer, die im 17. Jahrhundert durch eine Hohenzollern-Mauer verstärkt wurde, prägte das Stadtbild bis ins 19. Jahrhundert. Obwohl Spuren des legendären Wikingerlagers aus dem Jahr 893 – erwähnt durch Regino von Prüm – bis heute nicht eindeutig nachgewiesen sind, zeugen andere Funde von der reichen Geschichte der Region. Die archäologischen Funde und die angeschlossene Museumstradition machen den Alter Markt zu einem einzigartigen Ort, der die Kontinuität der Duisburger Vergangenheit bewahrt.
Heute wird die Archäologische Zone als lebendiges Dokument der Stadtgeschichte präsentiert, das sowohl Laien als auch Forscher anspricht. Die Verbindung von Salvatorkirche, historischer Bausubstanz und archäologischen Schätzen schafft eine einzigartige Atmosphäre, die den Besucher direkt in die Vergangenheit entführt. Die Arbeit des Kultur- und Stadthistorischen Museums sichert diese Schätze und macht sie für die Öffentlichkeit zugänglich – ein Erbe, das über ein Jahrhundert Forschung und Engagement widerspiegelt.