Hügelgrab 500 v Chr
Highlights
- Ein Hügelgrab aus der Eisenzeit (500 v. Chr.) in Duisburg-Huckingen markiert ein Gräberfeld mit bis zu 10.000 Hügeln der späten Bronze- und Eisenzeit.
- Das 1927 erhaltene Grabmal auf dem Alten Friedhof steht auf einem eisenzeitlichen Hügel und erinnert an die historischen Gräberfelder der Region.
- Archäologische Funde aus dem 19. Jh. belegen eine Siedlung direkt am prähistorischen Rhein, datiert auf die Eisenzeit (vor 500 v. Chr.)
Tipps
- Der Hügel zeigt archäologische Spuren aus der späten Bronze- und Eisenzeit, die durch systematische Grabungen und Funde dokumentiert wurden.
- Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität die Erkundung des Geländes ohne Hindernisse.
- Die Umgebung des Hügels bietet Einblicke in die historische Landschaftsveränderung durch Landwirtschaft und Bebauung seit dem 19. Jahrhundert.
Eigenschaften
Hügelgrab Duisburg 500 v. Chr. – Kulturdenkmal
Das Hügelgrab aus der Eisenzeit (ca. 500 v. Chr.) in Duisburg ist ein bedeutendes Zeugnis der prähistorischen Besiedlung des Niederrheins. Die ersten schriftlichen Hinweise auf die einst weitverbreiteten Gräberfelder auf der Niederterrasse von Huckingen und entlang der Ruhr stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Damals wurden Hunderte, möglicherweise sogar bis zu zehntausend dieser Grabhügel dokumentiert, von denen viele durch Landwirtschaft und Bebauung verschwunden sind. Einige wenige, wie der erhaltene Hügel hinter dem städtischen Krankenhaus oder der flache Hügel auf dem Alten Friedhof, erinnern heute noch an diese epochemachende Epoche.
Besonders bemerkenswert ist, dass das Gelände des heutigen Alten Friedhofs auf einem solchen eisenzeitlichen Hügel liegt – ein Umstand, der 1927 von der Duisburger Stadtverordnetenversammlung bewusst gewürdigt wurde. Der dortige Kriegsdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges (1870/71) steht somit auf den Überresten eines jahrtausendealten Bestattungsplatzes. Archäologische Funde, darunter Keramik und Grabbeigaben, belegen die kulturelle Kontinuität zwischen der späten Bronze- und Eisenzeit. Diese Relikte sind heute Teil der „Albrecht Bonnetsche Sammlung“, die 1896 dem Duisburger Altertumsverein geschenkt und später ins Kultur- und Stadthistorische Museum integriert wurde.
Die Bedeutung dieser Gräberfelder wird auch durch moderne Grabungen unterstrichen. So wurde etwa im Bereich des Niederrheinischen Museums (heute Kultur- und Stadthistorisches Museum) eine eisenzeitliche Siedlung direkt am Ufer eines verlandeten Rheinbettes freigelegt. Die Funde datieren in die Zeit vor der endgültigen Verlandung des Flusses und deuten darauf hin, dass die Siedlung auch nach der Verlagerung des Rheins weiter bestand. Besonders aufschlussreich sind dabei Pfostenreste aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., die ohne direkte Parallelen in der Region sind und die Forschung weiter präzisieren.
Die Erforschung dieser historischen Schätze geht auf die „Gesellschaft für Niederrheinische Vorgeschichtsforschung“ zurück, die 1921 gegründet wurde, um heimische Funde zu sammeln und zu bewahren. Die Gesellschaft spielte eine zentrale Rolle bei der Zusammenführung archäologischer Sammlungen und der Gründung des heutigen Museums. Ihre Arbeit mündete in der Übereignung der Sammlung an die Stadt, die seither als Grundlage für die archäologische Abteilung dient. Heute zählt das Kultur- und Stadthistorische Museum zu den bedeutendsten Einrichtungen für die Archäologie des unteren Niederrheins – von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis ins Industriezeitalter.
Das Hügelgrab von Duisburg ist somit nicht nur ein einzelnes Denkmal, sondern ein Stück lebendiger Geschichte, das die Verbindung zwischen prähistorischer Bestattungskultur und der späteren Nutzung des Geländes zeigt. Es veranschaulicht, wie archäologische Funde und wissenschaftliche Sammlungen die Vergangenheit bewahren und für die Gegenwart zugänglich machen – ein Erbe, das bis heute die Identität der Region prägt.