Im Emscherbruch, nördlich des Ewaldsees
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Im Emscherbruch nördlich des Ewaldsees in Gelsenkirchen-Ost umfasst 31,5 Hektar Feuchtwälder und Stillgewässer.
- Entstanden durch Bergsenkung in den 1970er Jahren, beherbergt das Gebiet seltene Tier- und Pflanzenarten wie Zwergtaucher und Wasserfeder.
- Das NSG ist Teil des regionalen Grünzugs D und schützt naturnahe Lebensräume mit hohem ökologischen Wert.
Tipps
- Glatte Wege eignen sich gut für Spaziergänge und Radfahren.
- Der nördliche Teil bietet Zugang zum Forsthaus Erle und Radwegen entlang der Resser Mark.
- Am Ewaldsee lassen sich Wanderungen oder Rundtouren mit dem Fahrrad unternehmen.
Eigenschaften
Über Im Emscherbruch, nördlich des Ewaldsees
Der im Emscherbruch nördlich des Ewaldsees gelegene Landschafts- und Naturschutzbereich erstreckt sich im Stadtgebiet von Gelsenkirchen-Ost im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Das rund 31,5 Hektar große Schutzgebiet entstand infolge einer Bergsenkung in den 1970er Jahren, die zur Ausbildung offener Wasserflächen sowie feuchter Waldstandorte führte. Heute wird der Wasserstand gezielt über Pumpanlagen reguliert, um die natürliche Entwicklung der Flora und Fauna zu unterstützen. Das Gelände umfasst ein vielfältiges Mosaik aus Stillgewässern, feuchten Bruchwäldern und naturnahen Laubwäldern, die sowohl vom Bestand als auch von der Struktur her ökologisch wertvoll sind.
Im Zentrum des Gebiets liegt ein strukturreiches Senkungsgewässer, das von artenreichen Röhricht- und Großseggenbeständen gesäumt wird. Hier finden sich unter anderem die seltene Wasserfeder und die Langährige Segge. Tierbeobachtungen belegen den hohen ökologischen Wert des Gebiets: So konnten unter anderem sechs Amphibienarten, 22 Libellenarten sowie verschiedene Wasservögel wie Zwergtaucher, Eisvögel und Graureiher nachgewiesen werden. Die angrenzenden bruchwaldartigen Bereiche sind von Erlen, Stieleichen und Moorbirken geprägt. In nährstoffärmeren Zonen dominieren zudem Pfeifengras und Torfmoos. Die umliegenden naturnahen Birken-Eichenwälder bieten Lebensraum für Höhlenbrüter und andere gefährdete Arten und tragen maßgeblich zur biologischen Vielfalt des Gebiets bei.
Das NSG Im Emscherbruch, nördlich des Ewaldsees, ist Teil des landesweit bedeutsamen Schutzgebiets „Emscherbruch und Schlosspark Herten“ und fungiert als Kernbiotop im regionalen Grünzug D. Es schützt verschiedene nach dem Landschaftsgesetz NRW ausgewiesene Biotoptypen, darunter naturnahe Stillgewässer und verschiedene Formen von Bruch- und Sumpfwäldern. Die Fläche wird durch ein Netz aus Wegen und Pfaden erschlossen, wobei der Hauptwanderweg den nördlichen Teil entlangführt und am Forsthaus Erle vorbei führt. Im südlichen Bereich grenzt der Ewaldsee an das Schutzgebiet, der ebenfalls zu den attraktiven Erholungs- und Beobachtungsflächen zählt. Trotz der Nähe zu Siedlungsgebieten und Verkehrswegeverbindungen bleibt die Freizeitnutzung relativ gering, was zur Erhaltung der Ruhe und der natürlichen Lebensräume beiträgt.
Die heterogene Struktur des Geländes wird durch verschiedene Waldbestände im Osten ergänzt, in denen Forstexoten und spätblühende Traubenkirschen vorkommen. Diese Flächen sind teilweise unter Hochspannungsleitungen gelegen und sollen langfristig in standortgerechte, bodenständige Laubwälder überführt werden. Die Erhaltung des naturnahen Zustands der Feuchtgebiete und Wälder ist von besonderer Bedeutung, da sie zahlreiche gefährdete Arten beherbergen. Das Schutzgebiet trägt damit nicht nur zur regionalen Artenvielfalt bei, sondern ist auch ein wichtiger Bestandteil des landschaftsökologischen Biotopverbunds in Nordrhein-Westfalen.