Denkmal/Gedenkstätte

Schilldenkmal

Schillwiese 11, 46485 Wesel

Highlights

  • Das Schill-Denkmal in Wesel erinnert an die Erschießung von elf Offizieren des Schillschen Freikorps am 16. September 1809.
  • Es wurde 1835 auf der Begräbnisstätte der Offiziere in den Lippewiesen südöstlich des Weseler Stadtkerns eingeweiht.
  • Das von Karl Friedrich Schinkel entworfene Denkmal zeigt Reliefs mit Nationalsymbolen Preußens und die Namen der hingerichteten Offiziere.

Tipps

  • Die Umgebung des Denkmals eignet sich für Spaziergänge und bietet Ruhe, besonders bei Besuch mit Hund.
  • In der Nähe befinden sich weitere historische Stätten, darunter die ehemalige Festung und der Stadtkern mit barocken Gebäuden.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Schilldenkmal

Das Schilldenkmal in Wesel erinnert an ein dunkles Kapitel der preußischen Geschichte des frühen 19. Jahrhunderts. Es wurde 1835 auf der Begräbnisstätte der elf Offiziere errichtet, die 1809 auf Befehl Napoleons erschossen worden waren. Diese Männer gehörten zum sogenannten Schillschen Freikorps, das unter der Führung des Majors Ferdinand von Schill eigenmächtig Widerstand gegen die französische Besatzung leistete. Nach ihrer Gefangennahme wurden sie zunächst in verschiedenen Festungen inhaftiert, bevor sie nach Wesel gebracht und dort wegen ihres Widerstandsstandes zum Tode verurteilt wurden.

Das Denkmal selbst wurde auf Initiative preußischer Offiziere entworfen und durch Spenden finanziert. Der Entwurf stammt von Karl Friedrich Schinkel, einem der bedeutendsten Architekten seiner Zeit. Es zeigt auf beiden Seiten Reliefs sowie Inschriften mit den Namen der hingerichteten Offiziere und eine Gedenktafel mit dem Text: „Sie starben als Preußen und Helden“. Die Gestaltung verweist deutlich auf preußische Nationalsymbole und unterstreicht den patriotischen Hintergrund der Gedenkstätte. Ursprünglich lehnte der preußische König die Errichtung eines solchen Denkmals ab, da die Handlung der Offiziere als militärischer Ungehorsam gewertet wurde. Erst nach Beendigung der französischen Herrschaft gewannen die Männer volkstümliche Anerkennung und wurden zu Symbolfiguren des Widerstands.

Im Laufe der Geschichte wurde das Denkmal mehrfach politisch instrumentalisiert. Während des Nationalsozialismus wurde die Erinnerung an die Schill’schen Offiziere propagandistisch genutzt, um nationalistische und deutsch-französische Feindbilder zu stärken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal zunächst abgebaut, später jedoch 1953 restauriert und erneut aufgestellt. Heute steht es inmitten der sogenannten Schillwiese, einem landschaftlich reizvollen Gelände entlang der Lippe südöstlich des Weseler Stadtzentrums. Die zum Denkmal führende Straße trägt ebenfalls den Namen Schillwiese und verbindet den Ort mit dem nahegelegenen Stadtteil Fusternberg.

Der Gedenkort zieht nicht nur Interessierte der Militärgeschichte an, sondern ist auch bei Besuchern beliebt, die Ruhe und Natur im Stadtbereich suchen. Die angrenzenden Wiesen und Wege laden zu Spaziergängen ein, auch mit Haustieren. Die Atmosphäre des Ortes ist geprägt von einer Mischung aus historischer Erinnerung und städtischer Grünfläche, die sowohl zur Besinnung als auch zur Erholung einlädt. Das Schilldenkmal steht somit nicht nur für ein historisches Ereignis, sondern auch für die Auseinandersetzung mit preußischer und deutscher Vergangenheit im Kontext von Krieg, Widerstand und Erinnerungskultur.

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