Museum

Wasserwerk Brachbach e.V.

Marienstraße 39, 57555 Brachbach

Highlights

  • Seit 1894 sorgt der Verein Wasserwerk Brachbach für zentrale Wasserversorgung im Ort und besitzt heute alle genutzten Stollen.
  • 1901 zählte der Verein 100 Mitglieder; 1931 wurde der Ortsteil Hütte erstmals ans Netz angeschlossen.

Tipps

  • Die Ausstellung zeigt historische Dokumente und Geräte zur Entwicklung der Wasserversorgung in Brachbach seit 1894.
  • Ein Besuch bietet Einblicke in die technische und wirtschaftliche Geschichte des Vereins durch originale Mitgliederlisten und Satzungsentwürfe.
  • Die Präsentation der 1929 veröffentlichten Schuldschein-Aufrufe verdeutlicht die finanzielle Beteiligung der Mitglieder an Infrastrukturprojekten.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur & Technik im Wasserwerk Brachbach

Aus einem Mitgliederverzeichnis von 1901 geht hervor, dass der Verein damals bereits 100 aktive Mitglieder zählte – ein Zeichen für die frühe Bedeutung der Infrastruktur im Dorfleben. Ursprünglich zielte die Initiative darauf ab, den Bewohnern Brachbachs eine zuverlässige und saubere Trinkwasserversorgung zu ermöglichen, die bis dahin oft lokal organisiert war.

Die Entwicklung des Vereins verlief über die Jahrzehnte hinweg von bescheidenen Anfängen zu einer selbstständigen Versorgungseinrichtung. 1926 wurde eine erste Satzung verabschiedet, die bis 1964 Gültigkeit behielt und sich den veränderten Bedürfnissen der Gemeinde anpasste. Besonders bemerkenswert ist die finanzielle Unterstützung der Mitglieder: 1929 rief der Verein zu Spenden auf, um das Versorgungsnetz durch Schuldscheine zu erweitern. Schon 1931 konnte der Ortsteil „Hütte“ an das zentrale Netz angeschlossen werden – ein Meilenstein für die regionale Wasserversorgung.

Die Geschichte des Vereins ist auch von Kooperationen und Herausforderungen geprägt. So bat 1951 die katholische Kirchengemeinde um eine Spende für neue Glocken, die das Engagement des Vereins über den reinen technischen Bereich hinaus zeigte. Nach Konflikten mit der Gemeinde um die Nutzung eines Stollens löste der Verein 1968 einen Pachtvertrag auf und erwarb das Grundstück schließlich selbst – ein Schritt, der die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der Versorgung sicherte. Heute befinden sich alle genutzten Stollen im Eigentum des Vereins, darunter auch Grubenfelder, die 1967 von der Firma Erzbergbau Siegerland erworben wurden.

Das Wasserwerk Brachbach e.V. steht damit nicht nur für technische Innovation, sondern auch für das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Als eines der letzten aktiven Vereinswasserwerke in der Region verbindet es historische Kontinuität mit modernem Infrastrukturmanagement. Ob als Ort der Erinnerung an die frühe Wasserversorgung oder als Beispiel für bürgerschaftliches Wirken – der Verein ist ein wichtiger Teil der lokalen Identität Brachbachs und ein faszinierendes Stück regionaler Geschichte.

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