Denkmal/Gedenkstätte

Bergbaumuseum Ibbenbüren

Osnabrücker Str. 112, 49477 Ibbenbüren-Schafberg

Highlights

  • Das Bergbaumuseum Ibbenbüren-Schafberg wurde 1990 von Hans Röhrs als privates Museum gegründet und bewahrt bergbauliche Maschinen und Dokumente seit 1981.
  • Die älteste schriftliche Erwähnung des Steinkohlenabbaus in Ibbenbüren stammt aus dem Jahr 1564 mit der Benennung einer ‚Kohlenstätte‘ bei Schafberg.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Bergbaumuseum Ibbenbüren: Kulturdenkmal Schafberg

Das Bergbaumuseum Ibbenbüren in Ibbenbüren-Schafberg ist ein lebendiges Zeugnis der jahrhundertelangen Steinkohlenförderung in der Region. Initiiert wurde die Sammlung 1981 vom ehemaligen Betriebsingenieur Hans Röhrs, der mit Leidenschaft Maschinen, Werkzeuge und historische Objekte aus dem Bergbau zusammentrug. Aus dieser privaten Initiative entstand 1990 das Museum, das Röhrs bis zu seinem Ausscheiden 2016 leitete und bis heute als zentraler Ort der regionalen Bergbaugeschichte fungiert.

Die Wurzeln des Ibbenbürener Steinkohlenbergbaus reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Bereits 1564 wurde eine „Kohlenstätte“ bei Ibbenbüren urkundlich erwähnt, doch erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich das Revier zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig. Wallonische Bergleute vollbrachten mit dem Bau des Dickenberger Oberstollens eine technische Pionierleistung, die das Abpumpen von Grubenwasser erst ermöglichte. Im 19. Jahrhundert folgten weitere Meilensteine: 1822 entstand der Abendsternschacht mit der ersten maschinellen Fördereinrichtung, und die Grube Glücksburg entwickelte sich zur dominierenden Zeche des Reviers durch Schachtanlegungen und die Zusammenlegung mit Buchholz.

Der Bergbau prägte nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das kulturelle Leben der Region. Vereine wie der 2000 gegründete Bergbauverein Ibbenbüren oder das 2003 entstandene Bergmannsorchester – hervorgegangen aus dem Werksorchester der Preussag – bewahren bis heute Traditionen und musikalische Traditionen aus der Grubengemeinschaft. Das Museum selbst zeigt diese Verbindung von Technik, Handwerk und Alltagskultur: von historischen Förderanlagen über persönliche Erinnerungen der Bergleute bis hin zu Geräten, die den Alltag in den Gruben und an der Oberfläche bestimmten.

Trotz des offiziellen Endes der Steinkohlenförderung in Deutschland blieb der Bergbau in Ibbenbüren-Schafberg präsent. Noch in den 1970er-Jahren kämpfte das Revier um seine Existenz, doch die Erschließung des Beustfelds in den 2000er-Jahren sicherte den Betrieb bis zum endgültigen Ausstieg. Das Bergbaumuseum dokumentiert diese spannungsvolle Phase – zwischen technischem Fortschritt, wirtschaftlichen Krisen und dem ungebrochenen Stolz der Bergleute auf ihr Erbe. Es ist damit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Spiegel der regionalen Identität, die bis heute von den Wurzeln im Kohlebergbau geprägt ist.

Wer die Geschichte des Ibbenbürener Reviers hautnah erleben möchte, findet im Bergbaumuseum eine Fülle authentischer Exponate und Geschichten. Von den ersten urkundlichen Erwähnungen bis zu den letzten Förderarbeiten – hier wird die Epoche des Steinkohlenbergbaus in all ihren Facetten lebendig. Das Museum verbindet damit auch einen Blick auf die Nachbarschaft: Die Gruben Dickenberg, Buchholz und Schafberg, die einst das Rückgrat der lokalen Wirtschaft bildeten, sind eng mit dem heutigen Standort verknüpft und zeigen, wie eng Bergbau und Region verwoben waren.

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