Denkmal/Gedenkstätte

Dr. Luise 'Lilli' Friesicke

Lilli-Friesicke-Straße 2, 14770 Brandenburg an der Havel

Highlights

  • Dr. Lilli Friesicke war eine der ersten deutschen Frauen, die Medizin studierten und promovierten.
  • 1933 wurde ihr als Jüdin die Kassenzulassung entzogen, sie durfte nur noch Privatpatienten behandeln.
  • Während der Novemberpogrome 1938 wurde sie verhaftet und starb am 10. November im Polizeigewahrsam.

Tipps

  • Terminvereinbarung auch kurzfristig möglich, nettes und hilfsbereites Personal vor Ort.
  • Ärztliche Beratung kompetent und einfühlsam, Patienten werden ernst genommen.
  • Praxis bietet gynäkologische Versorgung mit langjähriger Erfahrung und guter Betreuung.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Dr. Luise 'Lilli' Friesicke

Die Ärztin Dr. Luise „Lilli“ Friesicke war eine bedeutende Persönlichkeit in der medizinischen Geschichte Brandenburgs an der Havel. Als eine der wenigen Frauen ihrer Zeit studierte sie Medizin und etablierte sich später gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Arzt Georg Friesicke, in der Stadt als niedergelassene Praktikerin. Ihr Fachgebiet lag in der Gynäkologie, und sie wurde nicht nur für ihre medizinische Kompetenz, sondern auch für ihr engagiertes und einfühlsames Auftreten gegenüber ihren Patientinnen geschätzt.

Geboren in Elberfeld als Tochter eines niederländischen Kaufmanns, legte sie früh ihr Abitur ab und schloss ihr Medizinstudium mit Auszeichnung ab. Nach Stationen in Jena ließ sie sich dauerhaft in Brandenburg nieder. Gemeinsam mit ihrem Mann betrieb sie zunächst eine Praxis im Herzen der Stadt. Nach dessen Tod führte sie die Praxis allein weiter und kaufte zudem eine Immobilie direkt gegenüber, was ihre enge Bindung an den Ort unterstreicht. Ihr Leben und Wirken zeichneten sich durch Professionalität und soziales Engagement aus.

Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurde Lilli Friesicke aufgrund ihrer jüdischen Herkunft 1933 die Kassenzulassung entzogen. Fortan durfte sie nur noch Privatpatienten behandeln, was ihre berufliche Tätigkeit erheblich einschränkte. Während der Novemberpogrome 1938 wurde sie verhaftet und starb am folgenden Tag unter ungeklärten Umständen im Polizeigewahrsam. Ihre beiden Kinder wurden entmündigt und unter die Vormundschaft eines nationalsozialistischen Funktionärs gestellt, der später ihr Eigentum unrechtmäßig veräußerte.

Die Erinnerung an Lilli Friesicke wurde in Brandenburg in den folgenden Jahrzehnten allmählich rehabilitiert. 1993 erhielt sie die Anerkennung ihrer Leistungen durch die Benennung einer Straße im Stadtteil Nord. Auch Initiativen zur Verlegung eines Stolpersteins gaben Zeugnis von ihrem Schicksal, auch wenn dieser aufgrund der Haltung der örtlichen jüdischen Gemeinde nicht realisiert wurde. Dennoch wurde anlässlich ihres 85. Todestags im Jahr 2023 mit einer Gedenkveranstaltung vor ihrem ehemaligen Wohn- und Praxishaus öffentlich an sie erinnert – ein stilles Zeugnis ihres bleibenden Erbes in der Stadt.

Bewertungen

Auf Google

4,2 (34) 4.2 · 34 Bewertungen auf Google
Auf Google ansehen

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…