Simultankirche St. Remigius
Highlights
- Barocke Simultankirche St. Remigius in Brauneberg (1775–1777) mit schiefem Westturm, erbaut nach Plänen des Hofbaumeisters Franz Wilhelm Rabaliatti.
- Saalkirche mit Zwiebelturm – ursprünglich als Ersatz für eine baufällige mittelalterliche Kirche errichtet; heute Teil der Pfarreiengemeinschaft Rechts und Links der Mosel.
Tipps
- Der schiefe Turm neigt sich seit 1956 um 96 Zentimeter nach Westen und ist ein markantes Merkmal der Architektur des 18. Jahrhunderts.
- Die Kirche verfügt über zwei vermauerte Eingänge an der Südseite, die durch sichtbare Gesimse als ehemalige Zugänge erkennbar bleiben.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in Brauneberg: Simultankirche St. Remigius
Die Simultankirche St. Remigius in Brauneberg ist ein prächtiges Beispiel barocker Sakralarchitektur und ein markanter Ort an der Mosel. Die heutige Kirche entstand zwischen den Jahren 1775 und 1777 nach Plänen des kurfürstlichen Hofbaumeisters Franz Wilhelm Rabaliatti, der für seine süddeutsch-italienischen Einflüsse bekannt war. Er schuf hier eine der wenigen Zwiebeltürme an der Mosel – ein besonderes Merkmal, das der Kirche ihren einzigartigen Charakter verleiht. Die Vorgängerkirche, eine mittelalterliche Anlage in Nord-Süd-Ausrichtung, war bereits baufällig geworden und musste abgerissen werden, um Platz für das heutige Gebäude zu machen.
Der markanteste Blickfang der Simultankirche ist zweifellos ihr schiefer Turm an der Westseite. Schon 1956 wurde eine Neigung von 96 Zentimetern nach Westen gemessen, die dem Turm ein fast schräg stehendes Aussehen verleiht. Von den gegenüberliegenden Moselufern aus bietet sich ein faszinierender Kontrast zwischen der historischen Architektur und der weiten Flusslandschaft. Die Kirche selbst ist als Saalkirche gestaltet, wobei die beiden ursprünglichen Eingänge an der Südseite zwar vermauert, aber noch durch Gesimse erkennbar sind. Diese Details verraten den ursprünglichen Aufbau und die Entwicklung des Gebäudes über die Jahrhunderte.
Im Inneren vereint die Simultankirche St. Remigius barocke Pracht mit einer bewegten Geschichte. Ein erhaltenes Ziffernblatt der Kirchturmuhr aus dem Jahr 1788 zeigt römische Ziffern in vergoldeter Schieferplatte und ist ein seltenes Zeugnis der handwerklichen Kunstfertigkeit vergangener Zeiten. Das Geläut besteht heute aus drei Glocken, darunter die älteste aus dem Jahr 1876, die auf den Ton *h* gestimmt ist. Eine weitere Glocke, ursprünglich aus Schlesien stammend und 1564 gegossen, wurde zeitweise im Turm aufgehängt, bevor sie durch zwei neue Bronzeglocken ersetzt wurde.
Seit 1997 dient das ehemalige Pfarrhaus als Pfarrbüro und ist Teil der Pfarreiengemeinschaft Rechts und Links der Mosel. Die Kirche selbst bleibt ein Ort der Begegnung und des kulturellen Erbes, der durch ihre barocke Fassade und den schiefen Turm nicht nur religiöse, sondern auch architektonische Neugier weckt. Besonders von den Aussichtspunkten auf dem Brauneberg aus bietet sich ein atemberaubender Blick auf das Ensemble – ein perfekter Ausflugsziel für Geschichtsinteressierte und Architekturbegeisterte.
Mit einem Google-Bewertungsdurchschnitt von 4,3 Sternen aus über 20 Bewertungen gilt die Simultankirche als beliebter Ort für Besucher, die die Verbindung von Moselschönheit und sakraler Geschichte erleben möchten. Ihr einzigartiges Erscheinungsbild und die historische Bedeutung machen sie zu einem besonderen Juwel an der Mosel.