Borwall
Highlights
- Der Borwall ist eine abgegangene Turmhügelburg aus dem 13. Jahrhundert östlich von Querum in Braunschweig.
- Die Burg lag in der sumpfigen Schunteraue und wurde durch einen Erdhügel, Wassergräben und Palisaden geschützt.
- Nach Jahrhunderten der Zerstörung und Nutzung als FKK-Gelände wurde der Borwall 1937 unter Denkmalschutz gestellt.
Tipps
- Spaziergänge am Borwall lohnen sich besonders an sonnigen Tagen, da die Vegetation schön ist und der Schotterweg gut ausgebaut wurde.
- Die Infotafel am Platz informiert über die Geschichte der abgegangenen Turmhügelburg aus dem 13. Jahrhundert.
- Wer Natur und Geschichte verbinden möchte, findet am Borwall durch die Renaturierung der Schunter auch heute noch Ruhe und interessante Einblicke.
Eigenschaften
Über Borwall
Der Borwall ist eine abgegangene Turmhügelburg aus dem Mittelalter, die sich im Braunschweiger Stadtteil Querum in der Schunteraue befindet. Die Anlage stammt aus dem 13. Jahrhundert und gilt als eine der wenigen erhaltenen Niederungsburgen der Region. Ursprünglich umgaben mehrere Wassergräben und Wallanlagen die Burg, die auf einem künstlich aufgeschütteten Erdhügel stand. Die einstige Hauptburg wurde durch einen Wohnturm aus Stein gebildet, während eine sichelförmige Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden davor lag. Die natürliche Lage in der sumpfigen Schunteraue bot zusätzlichen Schutz durch Altarme und Feuchtgebiete.
Im Laufe der Jahrhunderte geriet die Burganlage in Verfall. Bereits in einer Urkunde des späten Mittelalters wurde sie als verlassen erwähnt. Durch Flussbegradigungen im 19. Jahrhundert verschwanden zahlreiche Gewässerstrukturen, was zur weiteren Zerstörung der Geländestruktur führte. Anschließend diente der Burghügel unter anderem als Steinbruch und später als Deponie. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Gelände zeitweise als FKK-Bereich genutzt und später als Schuttplatz. Erst 1937 erfolgte der Denkmalschutz, initiiert durch den Braunschweiger Landesarchäologen Alfred Tode. In den 1980er Jahren wurde das Areal eingezäunt, um Vandalismus und Zerstörung durch Vieh und Motorsport entgegenzuwirken.
Im Zuge der Renaturierung der Schunteraue in den Jahren 2004 und 2005 wurden die Erdanlagen des Borwalls fachgerecht wiederhergestellt. Dabei konnten die ursprünglichen Konturen der Burg, einschließlich der Wall- und Grabensysteme, weitgehend rekonstruiert werden. Die Maßnahmen erfolgten in Zusammenarbeit zwischen Naturschutzbehörden, Archäologie und örtlicher Jägerschaft. Heute erstreckt sich das Gelände über eine Fläche von etwa 45 mal 37 Metern. Die ehemalige Burgstelle ist nun Teil eines naturnahen Fließ- und Stillwasserkonzeptes und bietet Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Neben der archäologischen Dimension gewinnt der Borwall zunehmend an Bedeutung als Naturschutzgebiet im Landschaftsraum Wabe-Schunter-Beberbach.
Das Gelände ist über einen Schotterweg erreichbar und lädt zu Spaziergängen ein. Eine Infotafel am Standort informiert über die Geschichte der Anlage. Obwohl heute wenig von der ursprünglichen Bausubstanz erhalten geblieben ist, verdeutlicht die Landschaftsform noch immer die einstige Funktion als befestigte Burg. Die stille Atmosphäre und die natürliche Umgebung machen den Borwall zu einem Ort der Ruhe, der jedoch nicht über umfangreiche Besucherinfrastruktur verfügt. Die Sitzgelegenheiten laden vereinzelt zum Verweilen ein, ohne den Ort zu einem touristischen Schwerpunkt zu machen.
Der Borwall steht heute als archäologisches Denkmal unter Denkmalschutz und ist gleichzeitig in das ökologische System der Schunteraue integriert. Die Kombination aus historischem Erbe und Naturschutz prägt das Erscheinungsbild des Areals. Obwohl Besucher kaum architektonische Reste vorfinden, vermittelt die Landschaft dennoch einen Eindruck von der mittelalterlichen Siedlungsstruktur. Die Anlage bleibt ein stilles Zeugnis vergangener Zeiten inmitten der Braunschweiger Natur.