Das Siemenshaus
Highlights
- Das Siemenshaus in Goslar wurde 1692/93 vom Kaufmann und Stadthauptmann Hans Siemens erbaut.
- Es ist ein bedeutendes Fachwerkhaus mit barockem Schmuck und Butzenscheiben im großen Saal.
- Im Hof befindet sich eine historische Braustube mit Kesselofen und Mittelalter-Wasserzuführung.
Eigenschaften
Ausflug ins Siemenshaus Goslar - Kultur und Museumserlebnis
Das Siemenshaus in Goslar zählt zu den bedeutendsten und besterhaltenen Bürgerhäusern der späten Barockzeit in der Stadt. Es wurde um die Wende zum 17. Jahrhundert vom Kaufmann und Stadthauptmann Hans Siemens errichtet und steht an der Ecke Schreiberstraße und Bergstraße. Das Gebäude ist nicht nur ein eindrucksvolles Zeugnis bürgerlicher Baukunst, sondern auch das Stammhaus der weltberühmten Industriellenfamilie Siemens. Noch heute vermittelt es authentisch den multifunktionalen Charakter eines städtischen Hauses jener Zeit: Neben Wohnräumen bot es Platz für wirtschaftliche Aktivitäten, Lagerung und Handel. An der Haustür ist der Leitspruch des Erbauers in Holzschnitzerei festgehalten: „ora et labora“ – bete und arbeite.
Bei einem Besuch des Hauses gelangt man zunächst in die sogenannte „Däle“, eine gepflasterte Eingangshalle, die einst als Zufahrt zum dreiseitig umbauten Hof diente. Über ein Seilzugsystem konnten Waren in die vier Dachböden befördert werden. Im Innenhof befindet sich die historische Braustube mit einem großen Kesselofen, die an Goslarer Brautraditionen erinnert. Ein weiteres Highlight ist ein aufgebohrter Baumstamm, der als Teil der mittelalterlichen Wasserzuführung der Stadt diente. Aus dem 19. Jahrhundert stammend, ist zudem ein ehemaliger Krämerladen in der Däle rekonstruiert, der einen Einblick in den Alltag vergangener Zeiten gibt.
Im Obergeschoss befinden sich Räume mit kulturhistorischem Wert: Neben einem Saal für Sitzungen und Veranstaltungen gibt es ein Eckzimmer mit Blick Richtung Kaiserpfalz und Markt. Dort sind eine genealogische Übersicht der Familie Siemens sowie eine Büste von Werner von Siemens zu sehen, die von dem Bildhauer Adolf von Hildebrand modelliert wurde. Die Innenausstattung mit barocken Holzsäulen, Butzenscheiben an den Fenstern und dunkelbraunen Holzdetails entspricht dem ursprünglichen Stil des Hauses und wurde bei Restaurierungen sorgfältig erhalten.
Die Familie Siemens hat ihre Wurzeln in Goslar und wurde erstmals 1384 urkundlich erwähnt. Aus Ackerbürgern und Handwerkern entwickelte sie sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer einflussreichen Familie der Reichsstadt. Zahlreiche Familienmitglieder übernahmen führende Funktionen in Wirtschaft, Verwaltung, Recht und Kultur. Einer ihrer Zweige gründete 1847 das Unternehmen Siemens & Halske, das zu einem der bedeutendsten Technologieunternehmen weltweit heranwuchs. Das Siemenshaus ist somit nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Ort, der die industrielle und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands widerspiegelt.
Heute ist das Haus ein kultureller Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Führungen ermöglichen Einblicke in das Leben und Wirken der Familie Siemens sowie in die Alltagskultur einer historischen Kaufmannsfamilie. Das Siemenshaus ist somit ein lebendiges Zeugnis für Goslarer Stadtgeschichte und steht für die Verbindung von Tradition und Innovation – ein Muss für alle, die sich für Kultur, Geschichte und regionale Identität interessieren.
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Häufige Fragen zu Das Siemenshaus
Wann wurde das Siemenshaus in Goslar erbaut?
Quelle: wikipedia
Was bedeutet der Spruch an der Haustür des Siemenshauses?
Quelle: wikipedia
Welche Funktion hatte das Siemenshaus im 17. Jahrhundert?
Quelle: website
Kann man das Siemenshaus besichtigen?
Quelle: website
Welche Bedeutung hat die Familie Siemens für Goslar?
Quelle: wikipedia