Museum

Kupferstichkabinett

Museumstraße 1, 38102 Braunschweig

Highlights

  • Das Kupferstichkabinett im Herzog Anton Ulrich-Museum beherbergt eine der bedeutendsten europäischen Graphiksammlungen mit über 130.000 Druckgraphiken und 15.000 Handzeichnungen.
  • Schwerpunkt der Sammlung sind europäische graphische Künste vom Spätmittelalter bis heute, ergänzt durch seltene ostasiatische Werke und barocke Prachtwerke.
  • Gegründet 1754 als Teil des Herzoglichen Kunstkabinetts, umfasst die Sammlung heute auch das Vermächtnis des Graphiksammlers August Vasel (1910) und Wolfenbütteler Raritäten wie Altdorfer-Probedrucke.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang zum Kupferstichkabinett ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität den Eintritt über einen rollstuhlgerechten Aufzug.
  • Die Sammlung umfasst rund 130.000 Druckgraphiken und etwa 15.000 Handzeichnungen, mit Fokus auf europäische Werke vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart.
  • Besucher finden im Museumsanbau ausreichend Platz für die Aufbewahrung, Konservierung und wissenschaftliche Untersuchung der graphischen Bestände.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kupferstichkabinett Braunschweig – Kultur-Ausflug

Das Kupferstichkabinett im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig zählt zu den bedeutendsten graphischen Sammlungen Europas. Die Sammlung umfasst etwa 130.000 Blätter Druckgraphik und rund 15.000 Handzeichnungen, darunter illustrierte Bücher aus Renaissance und Barock, die vor allem als Prachtwerke erhalten sind. Der Schwerpunkt liegt auf europäischen graphischen Künsten vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart, wobei besondere Aufmerksamkeit der Kunst des 19. Jahrhunderts gilt – anders als in anderen Abteilungen des Museums. Ein kleinerer, aber wertvoller Bestand ostasiatischer Werke ergänzt die Sammlung.

Die Wurzeln des Kupferstichkabinetts reichen bis ins Jahr 1754 zurück, als es als Teil des „Herzoglichen Kunst- und Naturalienkabinetts“ durch Herzog Carl I. von Braunschweig-Lüneburg gegründet wurde. Die Sammlung entstand durch Zusammenführung von Beständen aus Wolfenbüttel sowie den Sammlungen der Herzöge Anton Ulrich, Ferdinand Albrecht und Ludwig Rudolph sowie der Herzogin Elisabeth Sophie Marie. Ein prägender Meilenstein war das Vermächtnis des Graphiksammlers August Vasel Anfang des 20. Jahrhunderts, das die Sammlung um bedeutende Werke bereicherte. 1928 kam die Graphiksammlung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel hinzu, darunter seltene Unica und Rarissima wie die 86 Probedrucke von Altdorfer und Burgkmair zum „Triumphzug Maximilians“.

Das Herzog Anton Ulrich-Museum selbst zählt zu den ältesten Museen Europas und geht auf den kunstbegeisterten Herzog Anton Ulrich zurück, der im 18. Jahrhundert eine der bedeutendsten barocken Kunstsammlungen Europas schuf. Die Eröffnung des Museums war ein Akt der Aufklärung, diente aber zugleich der fürstlichen Repräsentation. Nach mehreren Umzügen fand die Sammlung 1887 in einem eigens errichteten Museumsgebäude des Architekten Oskar Sommer ein neues Zuhause. Doch bereits im 20. Jahrhundert zeigte sich, dass das Gebäude den wachsenden Beständen nicht mehr gerecht werden konnte. Eine umfassende Sanierung und Erweiterung ab den 2000er Jahren ermöglichte nicht nur die Verdopplung der Sonderausstellungsfläche auf 900 Quadratmeter, sondern schuf auch moderne Räumlichkeiten für die graphische Sammlung.

Seit 2010 ist das Kupferstichkabinett im Museumsanbau untergebracht, wo ausreichend Platz für die Deponierung, Konservierung und wissenschaftliche Arbeit mit den Beständen zur Verfügung steht. Die Sammlung bietet Einblicke in die Entwicklung der graphischen Künste von der Renaissance bis in die Moderne, wobei besonders die Werke des 15. und 19. Jahrhunderts sowie die einzigartigen Raritäten aus Wolfenbüttel herausragen. Das Kabinett ist damit nicht nur ein Schatz für Kunstinteressierte, sondern auch ein wichtiger Ort für Forschung und kulturelles Erbe der Region.

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