Querumer Burgwall Eine mittelalterliche Burg
Eigenschaften
Ausflug Natur Park: Querumer Burgwall in Braunschweig
Der Querumer Burgwall ist eine archäologisch bedeutende Burgruine im Stadtgebiet von Braunschweig, genauer im Stadtteil Querum, gelegen im landschaftlich reizvollen Wabe-Schunter-Beberbach-Gebiet. Ursprünglich im 13. Jahrhundert als Turmhügelburg (Motte) errichtet, thronte die Anlage einst in einer sumpfigen Niederung nahe der Schunter. Obwohl heute wenig Bausubstanz erhalten geblieben ist, zeugen die erhaltene Erdhügelform und die restaurierten Wallanlagen von der ehemaligen Bedeutung der mittelalterlichen Wehranlage. Die Burg lag strategisch günstig an einem ehemaligen Schleifenarm der Schunter, der natürlichen Schutz gegen Angriffe bot.
Die Burg bestand aus einem Hauptwall von etwa 45 mal 37 Metern, auf dem ein steinerner Wohnturm sowie weitere Gebäude standen. Vor dem Hauptwall erstreckete sich eine sichelförmige Vorburg, die durch einen Wassergraben vom Hauptbereich abgetrennt war. Insgesamt war die Anlage durch einen doppelten Wall und Palisaden geschützt, wobei der Zugang über zwei Tore im Norden und Süden erfolgte. Die spätere Begradigung des Flusses führte zum Verlust der natürlichen Wasserarme, was die ursprüngliche Form der Burganlage heute nur noch schwer erkennbar macht. Dennoch wurden die Erdwerke in einem aufwendigen Rekonstruktionsprojekt in den Jahren 2005 und 2006 weitgehend in ihren historischen Zustand zurückversetzt.
Der Name „Borwall“ geht auf eine mundartliche Bezeichnung für Burgwall zurück und spiegelt die lokale Erinnerung an die einstige Anlage wider. Die Burg selbst wird erstmals in einer Urkunde aus dem frühen 14. Jahrhundert erwähnt, als sie bereits verlassen war. Möglicherweise diente sie dem Schutz eines nahen Zehnthofes des Bistums Halberstadt sowie einer Mühle. Spekulationen zufolge könnte sie im Besitz der Herren von Volkmarode gewesen sein. Nach ihrer Aufgabe wurde die Anlage im Laufe der Jahrhunderte immer weiter abgetragen – zunächst als Steinbruch genutzt, später als Sandabbaufläche, Viehweide und sogar als FKK-Gelände. Erst 1937 wurde der Burgwall unter archäologischem Engagement als Denkmal unter Schutz gestellt.
Heute liegt der Querumer Burgwall in einem Naturschutzgebiet und ist Teil der renaturierten Schunteraue. Die Flächen rund um den Wall sind mit Röhricht und Schilf bewachsen, und die ehemaligen Wassergräben sind als Feuchtbiotope wiederhergestellt worden. Eine Infotafel am Gelände informiert über die Geschichte der Anlage, und ein Modell veranschaulicht den ursprünglichen Aufbau der Burg. Steinerner Sitzmöbel und ein großer Tisch laden zum Verweilen ein, auch wenn die Atmosphäre hier eher ruhig und naturbelassen ist. Der nahegelegene Sandbach sowie das Schuntertal bieten zusätzliche Erholungsmöglichkeiten für Spaziergänge und Naturbeobachtungen.
Der Querumer Burgwall ist ein lohnendes Ausflugsziel für alle, die sich für Archäologie, Geschichte und Natur interessieren. Obwohl die sichtbaren Reste begrenzt sind, vermittelt der Ort einen eindrucksvollen Einblick in die mittelalterliche Landnutzung und die Entwicklung von Siedlungsformen in der Braunschweiger Niederung. Die Kombination aus historischem Erbe und naturnaher Umgebung macht diesen Ort zu einem besonderen Fleck in der Region.