Bommecketal
Highlights
- Das Bommecketal in Plettenberg ist ein 51 Hektar großes Naturschutzgebiet mit einzigartigen Schluchtwäldern und Felsklippen.
- Es schützt kühl-feuchte Biotope, seltene Pflanzen- und Tierarten sowie naturnahe Buchen- und Eichenwälder.
- Das Tal beherbergt Eiszeitrelikte und dient als wichtige Fläche im landesweiten Biotopverbund.
Tipps
- Das Bommecketal ist ein Naturschutzgebiet mit einzigartigen Schluchtwäldern, Silikatfelsen und kühlen Bachklammen – ideal für Naturliebhaber.
- Besucher sollten sich an die Schutzgebietsregeln halten und keine Spuren hinterlassen, um die Natur vor Ort langfristig zu erhalten.
Eigenschaften
Über Bommecketal
Das Bommecketal liegt im Osten des Märkischen Kreises im Bundesland Nordrhein-Westfalen und erstreckt sich südlich von Plettenberg-Böddinghausen. Das rund 51 Hektar große Gebiet ist als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen und zählt zu den besonders schutzwürdigen Landschaftsbereichen der Region. Es entstand durch geologische Prozesse, welche die markante Schluchtlandschaft mit steilen Hängen, Felsklippen und einem dichten Flussnetz prägten. Die Bommecke, ein Bach mit klaren, sauerstoffreichen Gewässern, durchfließt das Tal und bildet mit seinen Stromschnellen, Wasserfällen und Kolken ein geomorphologisch bedeutsames Fließgewässersystem, das im Märkischen Kreis in seiner Form ist.
Das Klima im Bommecketal ist kühl-feucht, was maßgeblich durch die Höhenlage sowie den undurchlässigen Untergrund bedingt wird. Diese klimatischen Bedingungen begünstigen eine artenreiche und spezialisierte Flora und Fauna. Die Vegetation des Tals gliedert sich in verschiedene Waldtypen, darunter naturnahe Laubwälder wie Hainsimsen-Buchenwälder, Erlen-Eschen-Auenwälder sowie Hang- und Schluchtmischwälder. In den kühleren und feuchteren Bereichen dominieren Moose, Farnarten und kühlzeigende Krautschichtpflanzen. Die Hänge des Tals weisen stellenweise Silikatfelsen mit typischer Pioniervegetation auf, während sich in den Quellbereichen kleinflächige, feuchte Flurstrukturen erhalten haben.
Das Bommecketal ist Lebensraum für zahlreiche Tierarten, darunter auch solche, die auf saubere, kühle Gewässer und ungestörte Lebensräume angewiesen sind. Im Flussbett der Bommecke finden sich Insekten, die als Eiszeitrelikte gelten, und tragen zur hohen ökologischen Wertigkeit des Gebietes bei. Auch größere Säugetiere profitieren vom zusammenhängenden Wald- und Fließgewässersystem. Das Tal ist Teil eines landesweiten Biotopverbundes und fungiert als wichtige Kernfläche für den Erhalt und die Wiederbesiedlung gefährdeter Arten. Im direkten Umfeld befinden sich weitere Waldkomplexe und zwei Wildnisgebiete, die den landschaftlichen und ökologischen Zusammenhang unterstreichen.
Die Böden im Bommecketal sind überwiegend fruchtbar und weisen ein hohes Biotopentwicklungspotenzial auf. Zu ihnen gehören unter anderem Braunerden, Ranker, Gleye und Nassgleye, die durch ihre Speicher- und Pufferfunktionen zur Stabilität der Ökosysteme beitragen. Die Erhaltung und Entwicklung dieser Böden ist ebenso Ziel des Naturschutzes wie die Pflege der naturnahen Waldstrukturen. Dabei spielen alters- und strukturdiverse Bestände eine zentrale Rolle, um die Vielfalt an Lebensräumen langfristig zu sichern. Das Bommecketal ist somit ein Beispiel für den Schutz komplexer, verzahnter Naturräume im südlichen Westfalen.