Denkmal/Gedenkstätte

Ehrenmal Altmannshöhe

Altmannshöhe, None Bremen

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Ehrenmal Altmannshöhe

Das Ehrenmal Altmannshöhe in Bremen ist ein bedeutendes Denkmal, das ursprünglich den gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs sowie den Teilnehmern der Freikorps Caspari und der Division Gerstenberg gewidmet ist. Es befindet sich auf der Altmannshöhe, am östlichen Rand der historischen Bremer Wallanlagen, und zählt sowohl wegen seiner architektonischen Gestaltung als auch seines historischen Kontexts zu den wichtigen Gedenkstätten der Stadt. Die Anlage wurde von dem Bildhauer Ernst Gorsemann und dem Landschaftsarchitekten Heinrich Wiepking-Jürgensmann entworfen und ist sowohl sakral als auch monumentalen Charakterzügen geprägt.

Das zentrale Element des Denkmals bildet eine Ringmauer, deren Innenseite mit rund zehntausend Klinkern verblendet ist, auf denen die Namen der Gefallenen eingetragen sind. Diese Klinker weisen unterschiedliche Farbtöne auf und verleihen der Mauer eine besondere, fast mosaikartige Struktur. In der Mittelachse steht ein altarähnlicher Steinblock, der als Kenotaph fungiert und der Anlage einen sakralen Charakter verleiht. Ihm gegenüber befindet sich außerhalb des Mauerhalbkreises eine Skulptur einer Mutter mit Kindern, die in ihrer ursprünglichen Fassung 1936 ergänzt wurde und später nach Kriegsbeschädigungen in den 1960er Jahren erneuert wurde. Die zweite Version der Skulptur zeigt deutlichere Zeichen des Leids und weicht vom nationalsozialistischen Frauenbild ab.

Das Denkmal wurde 1935 feierlich eingeweiht, zu einer Zeit, in der der Bremer Senat unter dem Einfluss der Nationalsozialisten stand. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden der Bevölkerung. Zeitgleich mit seiner Errichtung diente es auch der Würdigung von Freikorps-Kämpfern, die an der Niederschlagung der Bremer Räterepublik beteiligt waren. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Gedenkmal immer wieder von rechtsradikalen Gruppen für Propagandazwecke genutzt, was schließlich zur Entscheidung führte, den Mauerring mit einem Gittertor zu verschließen, um solche Missbrauchsfälle einzudämmen.

Die Inschriften am Denkmal umfassen unter anderem ein Gedicht des Schweizer Dichters Conrad Ferdinand Meyer, das die Umlaufmauer ziert. Auf dem Altarstein ist eine Gedenkformel zu lesen, die den Opfern des Ersten Weltkriegs huldigt. Eine weitere Inschrift würdigt die im Februar 1919 bei Kämpfen gefallenen Mitglieder der Freikorps Caspari und der Division Gerstenberg. Trotz einiger Beschädigungen im Laufe der Zeit und gezielter Entfernungen bestimmter Namen – etwa von Personen, die in den politischen Kämpfen vor 1933 ums Leben kamen – ist das Denkmal heute weitestgehend unverändert erhalten.

Heute gilt das Ehrenmal Altmannshöhe nicht nur als Mahnmal, sondern auch als Aussichtspunkt mit einem beeindruckenden Blick über die Weser. Besucher schätzen die ruhige Atmosphäre und die landschaftliche Lage, während das Denkmal selbst aufgrund seiner geschichtsträchtigen Hintergründe und seiner architektonischen Gestaltung einen tiefen Eindruck hinterlässt. Es steht als Teil der bremer Kultur- und Erinnerungsorte exemplarisch für die Auseinandersetzung mit Geschichte im öffentlichen Raum.

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