Martini Kirche
Highlights
- Die St.-Martini-Kirche in Bremen-Burglesum steht seit 1973 unter Denkmalschutz.
- Der Kirchturm stammt vermutlich aus dem 8. Jahrhundert und wurde aus unbehauenen Feldsteinen errichtet.
- 1778/79 wurde das heutige Kirchenschiff nach Plänen von Johann Dierks neu erbaut.
Tipps
- Die St.-Martini-Kirche in Bremen-Burglesum liegt zentral zwischen Hindenburgstraße und An der Lesumer Kirche, gut erreichbar zu Fuß oder mit Bus.
- Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz und verfügt über einen historischen Turm aus romanischer Zeit sowie ein größeres, 1779 erbautes Kirchenschiff.
- Interessierte können an Gottesdiensten, Bibelstunden oder Gemeindeveranstaltungen teilnehmen, die regelmäßig angeboten werden.
Eigenschaften
Über Martini Kirche
Die Martini Kirche in Bremen steht im Stadtteil Burglesum und zählt zu den historischen Sakralbauten der Region. Sie thront auf einer Anhöhe über der Lesum und bildet zusammen mit ihrem Friedhof und Gemeindehaus einen kirchlichen Mittelpunkt des Ortsteils. Seit 1973 ist das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Die Kirche ist nach dem Heiligen Martin benannt, dem Schutzpatron des Fränkischen Reichs, und verfügt über eine über 700-jährige urkundliche Geschichte, deren Anfänge vermutlich ins frühe Mittelalter zurückreichen.
Das heutige Gebäude vereint Bauelemente unterschiedlicher Epochen. Der ursprüngliche romanische Kirchenbau wurde im 18. Jahrhundert durch ein größeres, rechteckiges Gotteshaus ersetzt, das den Bedürfnissen der wachsenden Gemeinde entsprach. Der alte Turm blieb erhalten und zeigt noch heute unbehauene Feldsteine, die auf seine frühe Entstehung hinweisen. Bei der Erweiterung wurden Teile des alten Mauerwerks wiederverwendet; von außen ist die Mischung aus historischem Feldstein und späteren Ziegelsteinen deutlich sichtbar. 1784 erhielt das Gebäude zudem einen der ersten Blitzableiter in Bremen.
Der Innenraum der Kirche ist im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert erhalten geblieben. Geprägt von spätbarocken und klassizistischen Elementen, beherbergt er eine Empore, einen Kanzelaltar sowie kunstvolle Fensterdarstellungen aus dem 20. Jahrhundert, die Szenen aus dem Leben Jesu zeigen. Besonders auffällig ist der goldene Strahlenkranz über der Kanzel mit hebräischen Lettern des Gottesnamens. Die Orgel, ursprünglich aus dem Jahr 1765, wurde im Laufe der Zeit mehrfach erneuert und bildet heute mit 34 Registern eine bedeutende klangliche Ausstattung. Im Innenraum finden sich zudem Werke des Künstlers Ulrich Conrad, darunter ein bronzener Taufstein und ein Auferstehungskreuz.
Die Gemeinde der Martini Kirche bekennt sich zur bibeltreuen Verkündigung und steht unter der Leitung von Pastor Olaf Latzel. Die Predigten und Gottesdienste sind geprägt von einer klaren Ausrichtung am Wort Gottes, was in den Meinungen vieler Besucher eine starke Resonanz findet. Neben dem Gottesdienstgeschehen bietet die Gemeinde verschiedene regelmäßige Veranstaltungen an, darunter Bibelstunden, Gebetskreise sowie Jugend- und Gemeindegruppen, die sowohl vor Ort als auch digital wahrgenommen werden können. Die Gemeinde engagiert sich zudem in gesellschaftlichen und theologischen Debatten und thematisiert aktuelle Fragen kirchlicher Ordnung und Verantwortung.
Ein historischer Friedhof neben der Kirche diente bis ins späte 19. Jahrhundert als Begräbnisplatz. Heute erinnern rund 70 Grabsteine an die Vergangenheit des Ortes. Im Jahr 2017 wurde die Kirche Opfer eines Vandalismus, der erhebliche Schäden verursachte. Dennoch bleibt die Martini Kirche ein Ort des Glaubens, der Kontemplation und der Begegnung – sowohl für die Gemeindemitglieder als auch für Besucher, die sich für Sakralbaukunst und kirchliche Geschichte interessieren.