Vaterunser-Kirche
Tipps
- Besucher der Vaterunser-Kirche in Obersulm-Willsbach finden regelmäßig Gottesdienste und Andachten statt, darunter Taizé-Gottesdienste und Abendmessen.
- Die Kirche ist barrierefrei zugänglich und verfügt über ein Gemeindezentrum mit Kindergarten.
- Parkplätze sind in der Nähe der Kirche sowie auf dem angrenzenden Kirchplatz vorhanden.
Eigenschaften
Über Vaterunser-Kirche
Die Vaterunser-Kirche befindet sich im baden-württembergischen Obersulm und ist einer der sakralen Baukörper im Landkreis Heilbronn. Sie gehört zur katholischen Kirchengemeinde St. Johann Baptist Affaltrach und dient als Gotteshaus für die Gemeinde in Obersulm-Willsbach. Die Kirche wurde zwischen 1965 und 1967 erbaut und ist ein zeitgenössisches Beispiel für die Kirchenbaukunst der Nachkriegszeit. Der Name leitet sich von einem Gedicht ab, das das Vaterunser thematisiert und maßgeblich zur Namensgebung beitrug.
Der Entwurf stammt vom Stuttgarter Architekten Karl Hans Neumann, der in einem Wettbewerb ausgewählt wurde. Die Kirche besticht durch ihren polygonalen Grundriss und ein auffälliges Dachdesign, das durch eine lamellenartige Struktur geprägt ist. Die Außenfassade zeigt ein Sichtbetonrelief von Gerhard Tagwerker sowie Glasfenster aus Beton von Josef de Ponte. Im Innenraum dominieren weiße Putzflächen, die von einem Lichtschlitz über dem Altarbereich und weiteren Oberlichtern erhellt werden. Auf Fenster wurde im Inneren bewusst verzichtet, um eine konzentrierte Atmosphäre zu schaffen.
Die künstlerische Ausstattung umfasst ein Kreuz über dem Hochaltar sowie liturgische Geräte von Berthold Herzer. In den 1980er Jahren wurden an den Seitenwänden Darstellungen des Kreuzwegs angebracht, die von einem kroatischen Künstler stammen. Die Kirche verfügt über zwei angrenzende Gebäude: ein Gemeindezentrum und einen Kindergarten, die als eigenständige Flügel an den Kirchenbau angebunden sind. Diese Anlage dient sowohl religiösen als auch sozialen Zwecken und wird von der Pfarrei aktiv genutzt.
Die Entstehungsgeschichte der Kirche ist eng mit der Entwicklung der katholischen Gemeinde in Willsbach nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Ursprünglich war die Zahl der Katholiken gering, doch durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen wuchs die Gemeinde deutlich an. Nach anfänglichen Planungen in Sülzbach wurde schließlich ein Grundstück in Willsbach für den Kirchenbau erworben. Die Finanzierung erfolgte teilweise durch Zuschüsse des Bischöflichen Ordinariats, wobei die Gesamtkosten bei rund 1,2 Millionen Deutschmark lagen.
Die Vaterunser-Kirche wird regelmäßig für Gottesdienste, Taizé-Andachten und kirchliche Feiern genutzt. Besucher*innen berichten von positiven Erfahrungen bei Erstkommunionen, Einschulungen und Abendandachten. Mit einer Bewertung von 4,9 von 5 Sternen bei Google gehört sie zu den besonders gut bewerteten Sakralbauten der Region. Die Kirche steht somit nicht nur als Ort der Andacht, sondern auch als kulturelles Zentrum für die Gemeinde und ihre Besucher im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Obersulm.