Denkmal/Gedenkstätte

No-ne-Wili Hus

Bärengass 16, 78337 Stein am Rhein

Highlights

  • No-ne-Wili Hus (Hexenturm) ist seit 1548 nachweisbar und markiert die Schiffsländi in Stein am Rhein.
  • Der Turm diente im Mittelalter als Gefängnis und ist heute Teil der historischen Altstadt mit Fachwerkbauten.
  • Der Name leitet sich von einer Sage ab, die Hexenverfolgung und lokale Legenden verbindet.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch der historischen Anlage mit Blick auf die Rheinbrücke und die Ruinen des römischen Kastells.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

No-ne-Wili Hus – Kulturdenkmal Stein am Rhein

Das No-ne-Wili Hus in Stein am Rhein ist ein historisches Bauwerk, das tief in der regionalen Geschichte verwurzelt ist. Der Name leitet sich aus dem Althochdeutschen ab und bedeutet wörtlich „Haus des Nono-Willi“, wobei „Nono“ auf den römischen Namen *Nonus* verweist – ein Hinweis auf die frühe römische Präsenz in der Region. Das Gebäude steht in direkter Nähe zum berühmten römischen Kastell, dessen Fundamente unter mittelalterlichen Strukturen erhalten blieben. Diese Siedlungskontinuität zeigt sich besonders deutlich, da mehrere mittelalterliche Bauten auf den antiken Grundmauern errichtet wurden.

Die Ursprünge des No-ne-Wili Hus reichen bis in die Spätantike zurück, als die Festung links des Rheins unter Kaiser Diokletian im 3. Jahrhundert n. Chr. ausgebaut wurde. Die strategische Lage am Rhein machte das Gebiet zu einem wichtigen Militärposten, dessen Einfluss sich bis ins Mittelalter fortsetzte. Im 16. Jahrhundert gehörte das Anwesen dem Kloster Allerheiligen, das von den Grafen von Nellenburg gestiftet worden war und reichsunmittelbar stand. Die Verbindung zu diesem Kloster prägte die lokale Geschichte, da Stein am Rhein im Mittelalter ein kleines Untertanengebiet mit umliegenden Dörfern wie Hemishofen oder Ramsen umfasste.

Architektonisch ist das No-ne-Wili Hus ein Zeugnis der regionalen Baukultur, die sich über Jahrhunderte entwickelte. Während die ältesten erhaltenen Fassadenmalereien in Stein am Rhein – wie am „Weissen Adler“ – aus dem frühen 16. Jahrhundert stammen, zeigen spätere Werke, etwa am Haus „Sonne“, die anhaltende künstlerische Tradition. Der Mauerfries dort, der die Szene mit Diogenes und Alexander dem Großen darstellt, entstand zwar erst im 19. Jahrhundert, spiegelt aber die lebendige Verbindung der Stadt zu antiken Motiven wider. Das Gebäude selbst verkörpert somit die Schichtung von Geschichte: Römerzeit, Mittelalter und frühe Neuzeit liegen hier eng beieinander.

Heute ist das No-ne-Wili Hus ein Teil des kulturellen Erbes Steins, das durch historische Bauten wie den Hexenturm oder das Museum Lindwurm geprägt wird. Die Altstadt mit ihren bemalten Fassaden, Fachwerkhäusern und engen Gassen zieht Besucher an, die die historische Atmosphäre erleben möchten. Das Gebäude steht zudem im Kontext des NordArt-Theaterfestivals, das seit 2008 jährlich stattfindet, und zeigt, wie Stein am Rhein seine Vergangenheit mit zeitgenössischer Kultur verbindet. Als historisches Denkmal bietet das No-ne-Wili Hus Einblicke in die mehrschichtige Geschichte einer Stadt, die seit der Römerzeit bis heute ununterbrochen besiedelt ist.

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