Kirche/Kloster

Dorfkirche Göttern

99441 Magdala

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Dorfkirche Göttern

Die Dorfkirche Göttern liegt im thüringischen Magdala, einem Ortsteil der Stadt im Landkreis Weimarer Land. Als evangelische Filialkirche des Kirchspiels Magdala/Bucha gehört sie zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Das sakrale Bauwerk ist eine Chorturmkirche, deren Ursprünge ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgebaut und erweitert. Besonders auffällig ist der romanische Chorturm, an dem sich Spuren früherer Bauphasen wie vermauerte Rundbogentüren und spätgotische Sakristeianbauten erhalten haben. Im Zuge später Umbauten erhielt der Turm im 18. Jahrhundert einen barocken Aufsatz, während das Kirchenschiff in derselben Epoche erhöht und mit neuen Fenstern versehen wurde.

Das Innere der Kirche beherbergt wertvolle Zeugnisse der Kunstgeschichte: Neben einem Kanzelaltar aus dem 18. Jahrhundert und einer historischen Holztonne zählen vor allem die Gemälde des Künstlers Prof. Herbert Bohle zu den kulturellen Höhepunkten. Darunter befinden sich ein vollständiger Kreuzweg sowie sechs Bilder zur Weihnachtsgeschichte. Auch das Sandsteinrelief des Jüngsten Gerichts an der gotischen Nische außen am Sakristeianbau sticht besonders hervor. Eine weitere Besonderheit ist ein Brunnen im Anbau südöstlich des Turms, der laut örtlicher Sage älter sein soll als die Kirche selbst und eine heilende Wirkung besitzt. Die Sakristei im Ostturm beherbergt zudem ein spätgotisches Kreuzrippengewölbe, das auf die ursprünglich größere Ausdehnung des Anbaus hinweist.

Besucher erwarten nicht nur architektonische und kunsthistorische Highlights, sondern auch eine bemerkenswerte Glockengeschichte. Im Turm erklingt eine Kryptogrammglocke aus der Zeit um 1300, die zu den ältesten ihres Typs in Thüringen gehört. Ihre besondere Schmelseite trägt christologische Symbole und Inschriften. Zwei weitere Eisenhartgussglocken vervollständigen das Klangspektrum. Die Orgel im Kirchenraum wurde 1894 vom Stadtilmer Orgelbauer Adam Eifert erbaut und später saniert. Auch in jüngster Zeit wurde viel Wert auf Pflege und Restaurierung gelegt: Zwischen 1984 und 1988 erfolgten grundlegende Reparaturen, gefolgt von einer umfassenden Sanierung ab 1992 durch einen eigens gegründeten Förderverein.

Die Dorfkirche Göttern ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein kulturhistorisches Kleinod, das sowohl Architekturinteressierte als auch Gläubige und Kunstsammler gleichermaßen anspricht. Ihre besondere Atmosphäre und ihr reichhaltiges Inventar machen sie zu einem lohnenswerten Ausflugsziel in der Region. Die Kirche wird regelmäßig für Gottesdienste genutzt und lädt zugleich zu stillembetenden Besuchen ein. Ihre geschichtsträchtige Ausstrahlung und die liebevolle Pflege durch die Kirchgemeinde machen sie zu einem unverzichtbaren Teil des kulturellen Erbes im Landkreis Weimarer Land.

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