Denkmal/Gedenkstätte

Untertor

63654 Büdingen

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Untertor

Das Untertor, im Volksmund auch Jerusalemer Tor oder Kreuztor genannt, zählt zu den bedeutendsten kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten der Stadt Büdingen im Wetteraukreis. Dieses mittelalterliche Befestigungsbauwerk markiert den westlichen Eingang zur historischen Altstadt und gilt als deren Wahrzeichen. Ursprünglich im Jahrhundert erbaut, war es Teil eines umfassenden Befestigungssystems, das die Stadt vor Feinden schützen sollte. Heute steht es unter dem Schutz der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten und ist ein geschätztes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst.

Die Architektur des Tores ist von außergewöhnlicher Feinheit und Detailreichtum geprägt. Auffallend sind das filigrane Fischblasenmaßwerk an den Brüstungsfeldern sowie die Löwenwasserspeier, die an die gotische Stilrichtung erinnern. Besonders bemerkenswert ist das Allianzwappen von Graf Ludwig II. zu Ysenburg und seiner Gemahlin Maria von Nassau über dem Senkschartenerker. Die beiden runden Türme mit einer Durchmesser von etwa 3,90 Metern im mittleren Geschoss beherbergen heute das Sandrosen-Museum, das sich durch seine umfangreiche Sammlung geologischer Funde besonders hervortut. Die einzigartigen Steinkuppeln über den Turm- und Treppenanlagen unterstreichen die besondere Bauweise des Tores.

Die Geschichte des Untertors reicht zurück bis ins Jahrhundert, als Graf Ludwig II. von Ysenburg den Bau eines neuen, stärkeren Befestigungsrings anordnete. Abgeschlossen wurde das Tor im Jahrhundert und sollte ursprünglich über eine Zugbrücke verfügen, die über einen Wassergraben führte. Diese Brücke wurde bei der Sanierung im Jahrhundert wieder freigelegt. Der Name „Jerusalemer Tor“ geht auf eine Volksüberlieferung zurück, wonach ein Sohn des Grafen den Entwurf des Tores von einer Pilgerreise aus Jerusalem mitbrachte. Eine andere, wahrscheinlichere Theorie besagt, dass Glaubensflüchtlinge, die in der Stadt Zuflucht fanden, das Tor als Eingang zu ihrem „Jerusalem“ betrachteten.

Heute dient das Untertor nicht nur als geschichtsträchtiges Denkmal, sondern auch als kultureller Anziehungspunkt. Die Türme beherbergen das Sandrosen-Museum, das von vielen Besuchern als lohnenswert empfohlen wird. Auch die Nutzung des Tores als Durchfahrt ist möglich – allerdings nur mit Schrittgeschwindigkeit. Besonders im Rahmen des Weihnachtsmarktes wird das Tor liebevoll dekoriert und zieht zahlreiche Besucher an. Nachts wird das Bauwerk durch kunstvolle Beleuchtung in Szene gesetzt und trägt maßgeblich zur malerischen Atmosphäre der Altstadt bei.

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