Denkmal/Gedenkstätte

Steinernes Haus

Altstadt 25, 63654 Büdingen

Highlights

  • Das Steinerne Haus in Büdingen ist der älteste komplett steinerne Wohnbau der Stadt und wurde 1510/11 als Stadtresidenz errichtet.
  • Der spätgotische Erker mit Fischblasen-Maßwerk wurde 1544 angefügt und erhielt 1998 seinen originalen Dachabschluss zurück.
  • Das Haus sicherte einst den Brückenkopf am Mühltor und ist über Wehrgänge mit der Mühlpforte verbunden.

Tipps

  • Das Steinerne Haus in Büdingen ist ein spätgotisches Gebäude aus Stein, errichtet um 1510/11, und heute Teil des kulturhistorischen Rundwegs durch die Altstadt.
  • Besucher finden hier eindrucksvolle Wehranlagen, einen historischen Erker mit Stuckdecke sowie einen Brunnen aus dem 16. Jahrhundert im Innenhof.
  • Das Gebäude war einst Residenz des Grafen Johann zu Isenburg und sicherte strategisch den Brückenkopf am Mühltor.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Steinernes Haus

Das Steinernes Haus in Büdingen zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Stadt und ist der älteste erhaltene Wohnbau in der Region, der vollständig aus Stein errichtet wurde. Errichtet im frühen 16. Jahrhundert, diente es ursprünglich als Stadtresidenz für Graf Johann zu Isenburg. Aufgrund seiner massiven Steinbauweise und der burgähnlichen Ausstattung hatte das Gebäude nicht nur repräsentative, sondern auch strategische Funktion: Es sicherte den wichtigen Brückenkopf am Mühltor und war Teil der städtischen Befestigungsanlagen. Die markante Front mit hohen Staffelgiebeln bildet einen eindrucksvollen Abschluss der Altstadtstraße.

Ein besonderes architektonisches Highlight ist der 1544 erbaute spätgotische Erker, der auf einer kunstvoll gearbeiteten Spitzkonsole ruht und mit Fischblasen-Maßwerk verziert ist. Dieser erhielt 1998 seinen ursprünglichen spitzen Dachabschluss zurück. Im Inneren des Erkerzimmers zeigt sich eine wertvolle Stuckdecke, die den handwerklichen Reichtum der damaligen Zeit widerspiegelt. Die Wehranlagen des Hauses waren über Wehrgänge mit der sogenannten Mühlpforte verbunden und unterstreichen die militärische Bedeutung des Bauwerks in seiner Blütezeit. Im Innenhof ist zudem ein Brunnen aus dem Jahr 1544 erhalten, der bis heute als Zeugnis vergangener Baumeisterleistung steht.

Das Steinernes Haus dokumentiert auch die historischen Herausforderungen der Büdinger Altstadt. An den inneren Torwangen sind Wasser-Notmarken angebracht, die eindrücklich zeigen, wie häufig die Stadt von Hochwassern betroffen war. Teil der Befestigung sind auch Buckelschießscharten in der Altstadtmauer, die den Verteidigungscharakter des Bauwerks unterstreichen. Ein besonderes Detail im Außenbereich ist der ausgestopfte Kopf eines Ebers, der über dem Haupttor angebracht ist und bis heute von Legenden umrankt wird.

Das Gebäude ist als Teil des kulturhistorischen Gesamtkomplexes der Büdinger Altstadt unter den Schutz der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten gestellt. Diese internationale Anerkennung verdeutlicht die herausragende Bedeutung des Steinernen Hauses im Kontext des europäischen Kulturerbes. Die städtebauliche Lage sowie die enge Verzahnung mit den übrigen Befestigungsanlagen machen das Haus zu einem unverzichtbaren Bestandteil des historischen Stadtbildes.

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