Wilder Stein
Highlights
- Der Wilde Stein ist ein basaltischer Schlotvulkan aus dem Miozän vor etwa 15–18 Millionen Jahren.
- Er liegt oberhalb der Bündinger Altstadt und bietet einen Blick auf die sandstein-geprägte Stadt.
- Im Gestein sind eingeschlossene Bruchstücke des alten Buntsandsteins erkennbar.
Tipps
- Vom Altstadtparkplatz aus die Mühltorstraße queren und der Straße „Zum Wildenstein“ folgen, um zum Geotop zu gelangen.
- Eine Treppe führt bequem zur Aussichtsplattform, alternativ ist ein rundum führender Pfad nutzbar.
- Der Wilde Stein ist ein ehemaliger Vulkanschlot aus Basalt, erkennbar an Säulenbildung und eingeschlossenen Sandsteinbruchstücken.
Eigenschaften
Über Wilder Stein
Der Wilde Stein ist ein markantes Geotop im hessischen Büdingen und zählt zu den bekanntesten Naturdenkmälern der Region. Geologisch gesehen handelt es sich um einen Basaltschlot, der während der aktiven vulkanischen Phase des Vogelsbergs entstand. Die charakteristische Säulenstruktur des Gesteins weist auf die Abkühlung von Magma in einem Vulkanschlot hin. Durch Millionen Jahre der Verwitterung und Abtragung wurde der härtere Basalt aus den umliegenden weicheren Gesteinen herausgearbeitet und bildet heute eine imposante Felskuppe oberhalb der Bündinger Altstadt.
Die Entstehung des Wilden Steins lässt sich an zahlreichen Details ablesen. So finden sich im Basalt eingeschlossene Bruchstücke des Unteren Buntsandsteins, die durch das heiße Magma erhitzt und teilweise aufgeschmolzen wurden. Diese Einschlüsse sind häufig rundlich gebleicht und zeigen stellenweise sogar eine eigene Säulenbildung. Aufgrund seiner geologischen Besonderheiten gilt der Wilde Stein als wertvolles Zeugnis vulkanischer Aktivitäten im Tertiär und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Natur- und Geologieinteressierte.
Der Standort oberhalb der historischen Altstadt von Büdingen bietet zudem einen beeindruckenden Blick über die Dächer der Fachwerkstadt, die durch ihren hellroten Buntsandstein geprägt ist. Ein befestigter Weg samt Treppenanlage ermöglicht den Zugang zum Felsen von der Straße „Zum Wildenstein“ aus. Obwohl der Aufstieg klettertechnisch anspruchsvoll wirkt, ist der Felsen über diese Anlage gut erreichbar. Auf der Plattform oben erwartet die Besucher eine lohnenswerte Aussicht, die besonders nachts durch die Beleuchtung des Felsens und der Stadt ein besonderes Ambiente schafft.
Der Name „Wilder Stein“ verweist auf alte keltische und germanische Kultplätze in der Region. Lokale Sagen verbinden den Felsen mit der „Wilden Frau“ – einer regionalen Bezeichnung für die Göttin Freya – und späteren Hexenmythen. Im Zusammenhang mit den Hexenprozessen wurde berichtet, dass sich hier angeblich Hexen mit dem Teufel getroffen hätten. Später diente der Stein auch als Steinbruch, unter anderem zur Pflasterung der Straßen in Büdingen, was heute noch an abgetragenen Stellen und verkippten Blöcken erkennbar ist.
Ein besonderes Detail im Gestein fällt durch Zufall auf: In einem der Basaltblöcke scheint sich das Profil einer Hexe abzuzeichnen. Diese natürliche Formation wurde durch den örtlichen Bezug zu den Mythen besonders bekannt. Mit über tausend Bewertungen und einer durchschnittlichen Bewertung von 4,6 Punkten genießt der Wilde Stein bei Besuchern große Beliebtheit. Kritisch wird jedoch die Nähe von Wohnbebauung zum Naturdenkmal wahrgenommen, die den ursprünglichen Charakter des Ortes beeinträchtigen könnte.