St. Nikolaus
Highlights
- Die Kirche in Dorfstraße ist eine Chorturmkirche mit gotischen Ursprüngen, die 1687 barock erweitert wurde.
- Eine Glocke im Turm stammt aus dem Jahr 1522, zwei weitere wurden 1957 nach dem Zweiten Weltkrieg gegossen.
- Das Südportal trägt die Inschrift ‚Friede sei mit euch‘ und entstand 1888/89.
Tipps
- Die Kirche zeigt an der Chorsüdseite eine Inschrift aus dem Jahr 1687, die über die historischen Umbauten und Ergänzungen informiert.
- An der Südwand sind zwei barocke Gedenkplatten eingelassen, die an bedeutende Persönlichkeiten und ihre Stiftungen erinnern.
- Die hölzerne Kanzel auf toskanischer Säule stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde 2013 restauriert.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in St. Nikolaus (Dorfstraße) entdecken
Die evangelische Kirche St. Nikolaus in der Dorfstraße markiert den nördlichen Dorfrand und ist ein historisches Zeugnis sakraler Baukunst. Als Chorturmkirche entstand sie im Kern aus gotischer Zeit, doch die prägendsten Umgestaltungen fanden im Jahr 1687 statt – ein Datum, das an der Chorsüdseite in einer Inschrift verzeichnet ist. Der barocke Einfluss zeigt sich besonders in den zwei Gedenkplatten, die in die Südwand integriert wurden und an bedeutende Persönlichkeiten erinnern. Die Familie derer von Löberschütz stiftete später die „Liebeskind-Stiftung“, die bis heute der Kirche und dem angrenzenden Friedhof zugutekommt.
Das Südportal mit der Inschrift *„Friede sei mit euch“* sowie das östliche Chorfenster mit neugotischen Maßwerkspuren stammen aus den Jahren 1888/89 und unterstreichen den Wandel vom Barock zur neugotischen Epoche. Der Kirchhof wird durch ein zeitgleiches Tor betreten, das sich harmonisch in die historische Bausubstanz einfügt. Im Inneren dominiert eine restaurierte hölzerne Kanzel von 1888 auf einer toskanischen Säule, während die gesamte Innenausstattung des 19. Jahrhunderts den Raum prägt. Die dreiseitige Empore im Westen beherbergt eine neugotische Orgel mit einem aufwendigen Prospekt, der ebenfalls in dieser Zeit entstand.
Ein besonderes Juwel des Turms ist eine der drei Glocken: Mit der Inschrift aus dem Jahr 1522 zählt sie zu den ältesten erhaltenen Glocken der Region. Die beiden anderen Glocken wurden 1957 nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegossen und ergänzen das Klangbild der Kirche. Der Triumphbogen, an dessen südlichem Rand die Kanzel steht, verbindet den Chor mit dem Langhaus und verweist auf die klare Raumaufteilung der Chorturmkirche. Die St. Nikolaus-Kirche vereint so über Jahrhunderte hinweg verschiedene Stilepochen – von der Gotik bis zur neugotischen Wiederbelebung – und bietet damit einen faszinierenden Einblick in die regionale Kirchenbaugeschichte.