Landschaftspolder Kirche
Highlights
- Die Kirche in Landschaftspolder entstand 1768 als rechteckige Saalkirche mit 204 Sitzplätzen, 16 Jahre nach dem ersten Polder-Eindeich 1752.
- 1851 ersetzte eine neue Glocke die gebrochene mittelalterliche Glocke aus Hamswehrum; 1960 wurden die Wände mit Tonziegeln verblendet.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Zugang zur Kirche.
- Die historische Orgel mit dem Prospekt aus dem Jahr 1814 bietet einen Einblick in die musikalische Tradition des Ortes.
- Die Glocke aus dem Jahr 1851, ursprünglich aus Hamswehrum, prägt mit ihrem Klang die akustische Atmosphäre des Gotteshauses.
Eigenschaften
Kirche Bunde-Landschaftspolder: Sakrale Ausflugsziele
Die Landschaftspolder Kirche in Bunde-Landschaftspolder ist ein historisches Juwel der evangelischen Sakralarchitektur im Rheiderland. Nur 16 Jahre nach der Eindeichung des ersten Poldergebiets 1752 entstand hier ein eigenes Gotteshaus, das den Bedarf der entlegenen Gemeinde nach einem eigenen Prediger und einer eigenen Versammlungsstätte erfüllte. Der Wunsch nach einer eigenen Kirche war bereits 1759 laut geworden, und 1761 wurde der Bau beschlossen – ein Zeichen für die wachsende Selbstständigkeit der Region.
Das Gotteshaus wurde 1768 als rechteckige Saalkirche errichtet, allerdings ohne klassische Ausrichtung nach Osten. Ursprünglich verputzt, erhielt die Kirche 1960 eine neue Fassade aus Tonziegeln im Klostersteinformat, die ihr ein zeitloses Erscheinungsbild verlieh. Die Architektur spiegelt den praktischen Bedarf der Polderbewohner wider: Einfache, funktionale Gestaltung mit 204 Sitzplätzen, die die Gemeinschaft der frühen Gemeinde fasste. Neben der Kirche entstand 1768 auch ein Pastorat mit angrenzender Scheune, das jedoch 2004 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.
Ein besonderes Stück Geschichte ist die Glocke der Kirche, die 1851 nach dem Bruch der mittelalterlichen Vorläuferin aus Hamswehrum angeschafft wurde. Sie erinnert an die Verbindung zur umliegenden Region, während der historische Orgelprospekt von 1814 – eine der ältesten erhaltenen im Rheiderland – den sakralen Raum bis heute prägt. Seit 1973 ist der Ditzumer Pastor zusätzlich für die Dörfer Süd-Bunderhammrich und seit 1984 auch für Ditzumerhammrich zuständig, was die enge Verknüpfung der Gemeinden unterstreicht.
Trotz ihrer bescheidenen Größe von nur noch 50 Gemeindegliedern (2002 waren es 63) bleibt die Landschaftspolder Kirche ein Ort der Andacht und des kulturellen Erbes. Die Denkmalstiftung unterstützte die Erhaltung des Gebäudes, das nicht nur als Gotteshaus dient, sondern auch Zeugnis der bescheidenen, aber stolzen Geschichte des Landschaftspolders gibt. Die Kirche lädt Besucher ein, die Verbindung von Frömmigkeit und Polderkultur zu erleben – ein Stück lebendige Tradition inmitten der weiten Marschlandschaft.