Denkmal/Gedenkstätte

Walzmühle

Hörschwager Str. 72, 72393 Burladingen

Highlights

  • Die Walzmühle in Burladingen ist eine historische wassergetriebene Mahl- und Sägemühle aus dem 15. Jahrhundert.
  • Bekannt wurde sie durch den Dokumentarfilm über die Schwestern Walz, die bis 2001 die Mühle führten.
  • Heute ist die Mühle privat besitzt und beherbergt ein Museum sowie eine denkmalgeschützte Kapelle.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Walzmühle

Die Walzmühle in Burladingen zählt zu den bedeutenden historischen Sehenswürdigkeiten der Region und ist ein eindrucksvolles Zeugnis vergangener Zeit. Gelegen am oberen Laucherttal auf der Schwäbischen Alb, befindet sich die Mühle unweit von Stetten unter Holstein am Ortsrand von Hörschwag. Das Gebäudeensemble umfasst nicht nur die ehemalige Mahl- und Sägemühle, sondern auch die direkt angrenzende, 1862 errichtete Mühlenkapelle, die unter Denkmalschutz steht.

Erste urkundliche Erwähnungen der Mühle datieren aus dem 15. Jahrhundert, damals noch in Verbindung mit der Burg Hölnstein. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach, bis Friedrich Walz die Anlage im 19. Jahrhundert erwarb. Sein Sohn Konstantin übernahm den Betrieb, der später von dessen Töchtern, den Schwestern Marie und Klara Walz, geführt wurde. Aufgrund besonderer Umstände des Zweiten Weltkriegs, als ihr Bruder als vermisst galt, übernahmen die Schwestern den Mühlenbetrieb, um das Familienerbe am Leben zu erhalten. Sie führten die Lohnsägerei bis ins neue Jahrtausend weiter, ohne fließendes Wasser oder Strom, als Selbstversorger und in enger Verbundenheit mit der Tradition.

Die Schwestern lebten zurückgezogen und gaben der Mühle ihren besonderen Charakter. Ihre Lebensgeschichte wurde durch einen Dokumentarfilm des ARD-Senders im Jahr 1999 deutschlandweit bekannt, wodurch die „Albmühle“ als Kulturgut zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit rückte. Marie Walz verstarb 2001, Klara setzte den Betrieb bis 2009 alleine fort, bis auch sie verstarb. Seitdem ist das Anwesen nicht mehr bewohnt, doch die Spuren ihres Wirkens sind bis heute spürbar.

Die Mühlenkapelle beherbergt ein Deckengemälde des Paters Tutilo Gröner vom Kloster Beuron, das eine von den Schwestern gestiftete Pietà zeigt. Die Kapelle ist für Besucher zugänglich und bildet zusammen mit dem Mühlenareal einen kulturellen Schwerpunkt im Laucherttal. Regelmäßig finden Führungen statt, die Einblicke in die Geschichte der Mühle und ihres Betriebs gewähren. Ein Museumsbetrieb ist in Planung, unterstützt durch einen Förderverein, der seit 2012 aktiv ist.

Heute steht die Walzmühle unter Denkmalschutz und befindet sich im Privatbesitz. Das Gelände grenzt direkt an das Naturschutzgebiet „Bei der Mühle“ und liegt am Fernradweg, was es zu einem Ort von historischem wie auch landschaftlichem Reiz macht. Die Atmosphäre des Ortes vermittelt einen tiefen Eindruck von Kontinuität und Wandel – eine stille Mahnung an die Kraft von Tradition und menschlichem Schaffen.

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