Kirche/Kloster

Kriegsgräberstätte

Am Speckweg 9, 35510 Butzbach

Highlights

  • Die Kriegsgräberstätte Butzbach-Nieder-Weisel wurde im April 1945 angelegt und beherbergt 519 Tote aus dem Zweiten Weltkrieg.
  • 420 deutsche und 99 sowjetische sowie polnische Kriegstote ruhen hier, darunter auch Zivile und Zwangsarbeiter.
  • Der Volksbund gestaltete in den 1950er Jahren das Gelände um, die Pflege erfolgt seither durch die Stadt Butzbach.

Tipps

  • Die Kriegsgräberstätte ist ein Ort der Ruhe und Erinnerung, ideal für Spaziergänge und persönliche Reflexion.
  • Regelmäßige Pflege und Forschungsprojekte tragen zur Erhaltung der Geschichte bei – ehrenamtliches Engagement ist willkommen.
  • Führungen und Bildungsangebote sind für Gruppen buchbar, um die Geschichte der Kriegstoten vor Ort zu erfahren.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Kriegsgräberstätte

Die Kriegsgräberstätte in Butzbach im hessischen Westkreis ist eine Andachtsstätte und Mahnmal, das an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnert. Sie wurde kurz vor Kriegsende angelegt und beherbergt die letzten Ruhestätten von insgesamt 519 Verstorbenen, darunter deutsche Soldaten sowie Kriegstote aus Polen und der Sowjetunion. Neben militärischen Toten finden sich hier auch Zivilopfer und Zwangsarbeiter, die in der Nachkriegszeit in diese Gedenkstätte überführt wurden.

Der hintere Teil des Geländes ist dem Gräberfeld sowjetischer Kriegsgefangener gewidmet. Viele von ihnen starben in jungen Jahren, einige wurden namentlich identifiziert, während zahlreiche andere bis heute als „unbekannte sowjetische Soldaten“ gelistet sind. Unter den deutschen Kriegstoten sind besonders Angehörige der Geburtsjahrgänge zwischen 1920 und 1929 vertreten. Diese jungen Männer kämpften zumeist in Ersatz- und Ausbildungskompanien und verloren ihr Leben in der Endphase des Krieges. In Butzbach selbst wurden bis Kriegsende Soldaten in Kasernen ausgebildet, bevor sie an die Front geschickt wurden.

Die Gestaltung und Pflege der Stätte erfolgte über Jahrzehnte durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Butzbach sowie regionalen Partnern. Seit den 1950er Jahren wurden mehrere Umgestaltungen vorgenommen, um das Gedenken an die Toten angemessen zu würdigen. Heute wird die Anlage von der Stadt betreut und dient nicht nur als Ruhestätte, sondern auch als Bildungs- und Lernort. Schülerprojekte und internationale Jugendbegegnungen nutzen die Stätte, um Geschichte lebendig zu machen und das Erinnern über Generationen hinweg zu sichern.

Besucher berichten, dass der Ort zum Innehalten und Nachdenken einlädt. Obwohl von Trauer geprägt, wird die Kriegsgräberstätte auch als friedvoller Raum inmitten der Natur wahrgenommen, an dem Spaziergänger gerne vorbeikommen. Die Stille des Ortes steht im Kontrast zu den bewegten Schicksalen, die hier ihren Ausdruck finden. Fotografien und Forschungsarbeiten, etwa von Schülerinnen und Schülern der Weidigschule Butzbach, tragen dazu bei, die Erinnerung an die Einzelschicksale lebendig zu erhalten.

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