Kloster Gerlachsheim
Tipps
- Die barocke Pfarrkirche Hl. Kreuz in Gerlachsheim ist ein bedeutendes Kunstdenkmal mit beeindruckender Architektur und reichhaltiger Innenausstattung.
- Die Kirche verfügt über eine imposante Westfassade mit Skulpturen, Säulen und einem Portal aus dem 18. Jahrhundert.
- Neben der Kirche lohnt sich ein Besuch der nahegelegenen Parkanlage mit ihren gewaltigen Bäumen.
Eigenschaften
Über Kloster Gerlachsheim
Das Kloster Gerlachsheim befindet sich im baden-württembergischen Lauda-Königshofen-Gerlachsheim und zählt heute zu den bedeutendsten barocken Sakralbauten des Main-Tauber-Kreises. Die Pfarrkirche Heilig Kreuz entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Neubau auf den Grundmauern einer älteren romanischen Kirche und ihres gotischen Seitenschiffs. Die barocke Pfeilerbasilika mit Haupt- und Querschiff, zwei Seitenschiffen, Kuppel sowie zwei flankierenden Türmen wurde nach Plänen des Prämonstratensermönchs Pater Sebaldus Appelmann errichtet. Architektonisches Vorbild war in vereinfachter Form der Petersdom in Rom. Die Bauarbeiten verliefen in mehreren Phasen und wurden durch örtliche Handwerker sowie die Brüder Christian und Johann Schneller aus Tirol geleitet.
Die Westfassade der Kirche präsentiert sich zweigeschossig und imposant. Auf hohen Postamenten ruhen vier korinthische Säulen, die einen geschwungenen Architrav mit Segmentgiebel tragen. In den Nischen zwischen den Säulen befinden sich Skulpturen der Heiligen Sebastian und Clemens, geschaffen vom fränkischen Bildhauer Ferdinand Tietz. Das Portal im Erdgeschoss ziert ein kunstvolles Holzrelief von Anton Grimmbach aus Mergentheim. Im Obergeschoss thront ein Sandsteinkreuz mit Crucifixus aus dem Jahr 1730, das Werk des Bildhauers Johann Georg Paulus. Die Türme ragen mit einer Höhe von 54 Metern auf und sind mit sogenannten Welscher Hauben gekrönt. Im Turmknopf ist eine lateinische Inschrift erhalten, die den Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 1728 dokumentiert.
Der Innenraum gliedert sich in Mittel- und Seitenschiffe, Querschiff, Kuppel und Chor. Die räumliche Anordnung in Form eines griechischen Kreuzes unterstreicht den barocken Gestaltungswillen. Höhepunkte der Innenausstattung sind die reichhaltige stukkaturierte Deckengewölbe, die kunstvollen Altäre sowie die monumentale Kuppel mit ihrer Ausschmückung. Die Kirche dient heute als Pfarrkirche und ist ein Ort der Andacht sowie kultureller Begegnung. Die reichhaltige Ausstattung spiegelt den Reichtum und die Bedeutung wider, die das ehemalige Prämonstratenser-Kloster im regionalen Leben hatte. Besucher berichten von einer außergewöhnlichen Atmosphäre und der beeindruckenden Architektur, die bis heute in ihrer Originalsubstanz erhalten geblieben ist.
Die Kirche ist von einer gepflegten Parkanlage umgeben, die sich durch alte Baumbestände auszeichnet und einen ruhigen Ort für Spaziergänge bietet. Die Anlage lädt zur Erholung ein und ergänzt den kulturellen Reiz des Ortes. Die Pfarrkirche Heilig Kreuz steht aufgrund ihrer architektonischen Qualität und ihrer künstlerischen Ausstattung im Fokus regionaler Denkmalpflege. Sie gilt als eines der bedeutendsten barocken Bauwerke des badischen Frankenlandes und zieht sowohl Gläubige als auch Interessierte der Sakralarchitektur an. Die Kirche ist öffentlich zugänglich und kann individuell zu Besuchszwecken oder im Rahmen von Führungen erkundet werden.