Kirche/Kloster

Bergkirche

Listweg, 75365 Calw

Highlights

  • Die Bergkirche Calw entstand 1508 als spätgotische Kirche mit romanischen Mauerresten einer Jakobskapelle aus dem 12./13. Jahrhundert.
  • 1996 wurden die Kirchenbänke mit originalen Schnitzereien restauriert; 1970 erhielt sie farbenfrohe Glasfenster von Wolf-Dieter Kohler.
  • Rollstuhlgerechter Zugang und Parkplatz ermöglichen barrierefreien Besuch; der Innenraum vereint gotische Elemente mit neugotischer Ausstattung.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in die Bergkirche.
  • Die Apostelbüsten an den Wandsäulen zeigen originale Spruchbänder mit Teilen des Glaubensbekenntnisses aus traditioneller Überlieferung.
  • Die farbenprächtigen Glasfenster von Wolf-Dieter Kohler aus dem Jahr 1970 ergänzen die gotischen Fensterlaibungen im Innenraum.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Bergkirche Calw: Sakrale Kultur im Schwarzwald

Die Bergkirche in Calw ist ein faszinierender Sakralbau mit einer bewegten Geschichte, der seit Jahrhunderten als geistliches Zentrum der Region dient. Ihr Ursprung reicht bis ins frühe Mittelalter zurück, wo vermutlich bereits im 12. Jahrhundert eine Jakobskapelle existierte – von der heute nur noch Mauerreste mit romanischen Fenstern zeugen. Der spätgotische Chor entstand im 14. Jahrhundert, während das Kirchenschiff um 1505 durch den Baumeister Peter von Breisach errichtet wurde. Nach Zerstörungen im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Kirche mehrfach neu aufgebaut, zuletzt 1888 im neugotischen Stil, der jedoch 1957 zugunsten einer „reinen Gotik“ radikal umgestaltet wurde.

Der heutige Kirchenraum vereint historische Elemente mit modernen Anpassungen: Das unregelmäßige Fünfeck des Kirchenschiffs, der gotische Turm und die farbenprächtigen Glasfenster von Wolf-Dieter Kohler (1970) prägen das Innere. Besonders bemerkenswert sind die zwölf Apostelbüsten an den Wandsäulen, deren Spruchbänder einst Teile des Glaubensbekenntnisses trugen. Die restaurierten Deckenmalereien und die hölzerne Kanzel unterstreichen den zierlichen, ausgewogenen Charakter des Raums. Die Bergkirche ist zudem das einzige Klostergebäude Calws, das den großen Brand von 1692 unbeschadet überstand – ein Zeugnis ihrer Widerstandsfähigkeit und spirituellen Bedeutung.

Die Gemeinde pflegt eine lebendige Tradition: Viermal jährlich erscheint der Gemeindebrief „Turmhahn“, der Einblicke in das kirchliche Leben bietet. Der Kantor leitet die Calwer Kantorei und die Kammersinfonie und unterrichtet im Orgelspiel, während regelmäßige Führungen wie die „EinkehrZeit“ (ab April) Besuchern die Möglichkeit geben, die Geschichte des Ortes zu erkunden. Mit barrierefreiem Zugang, Parkplatz und WC ist die Bergkirche auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gut erreichbar. Sie steht damit für eine Verbindung von Kultur, Geschichte und gegenwärtigem Gemeindeleben – ein Ort, an dem sich Spiritualität und Architektur auf einzigartige Weise vereinen.

Die Bergkirche ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Ort der Besinnung. Durch ihre jahrhundertelange Geschichte und die bewusste Pflege des Erbes will sie Menschen dazu einladen, den „Geist vergangener Zeiten“ wiederzuerleben. Ob als historisches Denkmal, musikalischer Veranstaltungsort oder Ort der Stille – sie bleibt ein zentraler Bezugspunkt für Kultur und Glauben in Calw und seiner Umgebung.

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