Kulturzentrum

Knyphausen’sche Verwaltung Bodelschwingh

Schloßstraße 75, 44149 Mengede

Highlights

  • Seit 1302 ununterbrochen von der Familie Bodelschwingh bewohnt, verbindet Schloss Mengede historische Gerichtsbarkeit mit landwirtschaftlicher Tradition.
  • Nach 1870 durch die Familie zu Inn- und Knyphausen erweitert, entstand ein barocker Landschaftspark mit Kunstwerken, der später durch den Autobahnbau A45 zerstört wurde.
  • Heute nutzt die ‚Knyphausen’sche Verwaltung‘ umgenutzte Wirtschaftsgebäude als Wohn- und Gewerberäume, während Teile des Schlosses bei Denkmaltagen besichtigt werden können.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Zugang zum Gelände und zu den Außenbereichen des Kulturzentrums.
  • Die historischen Wirtschaftsgebäude der Vorburg zeigen originale Bausubstanz aus mehreren Jahrhunderten und dokumentieren die landwirtschaftliche Vergangenheit.
  • Einige Räume des Schlosses werden gelegentlich im Rahmen von Sonderveranstaltungen wie dem Tag des offenen Denkmals für Besichtigungen freigegeben.

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Kulturzentrum Knyphausen’sche Verwaltung Bodelschwingh Mengede

Ursprünglich als Rittergut angelegt, entwickelte es sich zu einem bedeutenden Zentrum der regionalen Gerichtsbarkeit und Wirtschaft. Ritter Giselbert I. legte den Grundstein für den Aufstieg des Hauses Bodelschwingh, das durch Privilegien und eine strategisch wichtige Lage an der Schloßteichbrücke seinen Wohlstand sicherte.

Das Gelände umfasst nicht nur das Hauptschloss, sondern auch die ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Vorburg, die einst der Landwirtschaft dienten. Seit den letzten Jahrzehnten wurden diese Räumlichkeiten schrittweise zu Wohn- und Gewerbenutzungen umgebaut. Heute prägen sie einen lebendigen, gemeinschaftlichen Lebensraum, der Geschichte und Moderne verbindet. Einige Räume des Schlosses sind gelegentlich für die Öffentlichkeit zugänglich – etwa beim „Tag des offenen Denkmals“ – und bieten Einblicke in die historische Bausubstanz.

Die Umgebung des Schlosses wurde im 19. Jahrhundert durch den Landschaftsarchitekten E. [Name nicht genannt] zu einem repräsentativen Landschaftspark umgestaltet, der mit Kunstwerken und Springbrunnen ausgestattet war. Doch die Erschließung der Autobahn A45 im späten 20. Jahrhundert teilte und zerstörte den Park teilweise. Dennoch bleibt die historische Aura des Geländes erhalten, untermalt durch die Nähe zur ehemaligen Zeche Westhausen, die von 1872 bis 1955 in der Nachbarschaft betrieben wurde.

Die Familie Bodelschwingh, die 1870 durch die Heirat mit der Familie zu Inn- und Knyphausen erweitert wurde, prägte über Jahrhunderte das Bild des Anwesens. Trotz Kriegszerstörungen und Plünderungen – etwa durch englische Besatzer – blieben wertvolle Bestandteile wie die Bibliothek und antike Gemälde weitgehend verschont. Die Restaurierung des Schlosses in den 1960er-Jahren aus Privatvermögen sicherte den Erhalt dieses kulturellen Erbes für kommende Generationen.

Heute vereint das Knyphausen’sche Verwaltung Bodelschwingh historische Substanz mit moderner Nutzung: barocke Gartenreste, klassizistische Bauten wie das Kavaliershaus und ein familiengeführter Lebensraum schaffen eine einzigartige Atmosphäre. Das Gelände ist rollstuhlgerecht zugänglich, was es zu einem inklusiven Ort für Kultur- und Geschichtsinteressierte macht. Ob als Ort der Besinnung, für Veranstaltungen oder als Zeugnis regionaler Geschichte – das Schloss bleibt ein lebendiges Stück Mengeder Tradition.

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