St. Lambertus
Highlights
- Die heutige neogotische Basilika wurde 1889/90 erbaut und integriert den historischen Baubestand der alten Kirche aus dem 13. Jahrhundert.
- Sehenswert sind das romanische Gewölbe, das Sakramentshaus von 1516 und die spätgotische Monstranz aus Dortmund.
Tipps
- Kirche ist werktags vormittags für Besucher geöffnet.
- Kerzen können zum Gedenken angezündet werden.
- Barrierefreier Zugang ist nur über das Seitenschiff möglich.
Eigenschaften
Über St. Lambertus
Die katholische Pfarrkirche St. Lambertus in Castrop-Rauxel ist ein bedeutendes sakrals Kulturdenkmal im Herzen des Stadtteils Castrop. Als Mutterkirche der Pfarrei St. Lambertus fungiert sie seit dem Frühjahr 2025 und betreut mehrere Gemeinden in Castrop-Rauxel sowie in den benachbarten Stadtteilen Herne und Gerthe. Die Kirche gehört zum Dekanat Emschertal im Erzbistum Paderborn und ist Trägerin mehrerer katholischer Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegewesen.
Die Baugeschichte der St. Lambertus reicht über ein Jahrtausend zurück. Bereits um das Jahr 1000 entstand an der Stelle eine Saalkirche mit rechteckigem Chor, die als Eigenkirche der Grafen von Kleve galt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gotteshaus mehrfach umgebaut und erweitert. Im 13. Jahrhundert entstand die sogenannte alte Kirche aus Sandstein, die heute als nördliches Seitenschiff in den heutigen Baukörper integriert ist. Im Zuge der städtebaulichen Entwicklung im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde die Kirche erweitert. Zwischen 1889 und 1890 entstand unter dem Entwurf des Paderborner Dombaumeisters Arnold Güldenpfennig eine neugotische Basilika aus Ruhrsandstein, die den historischen Bestand einfühlsam mit einbezog.
Die Kirche durchlief im 20. Jahrhundert mehrere Umbauten, darunter eine Umgestaltung zur sogenannten Christus-Rex-Kirche in den späten 1920er Jahren. In den 1940er Jahren erfolgte eine Rückbesinnung auf die mittelalterliche Form, bevor in den 1980er Jahren unter der Leitung des Architekten Manfred Ludes eine umfassende Restauration stattfand. Dabei wurden die ursprünglichen Proportionen und Lichtverhältnisse wiederhergestellt und die Kirche den modernen liturgischen Anforderungen angepasst. Seitdem vereint die St. Lambertus sowohl mittelalterliche Bausubstanz als auch neugotische Elemente in harmonischem Einklang.
Zu den sehenswerten Kunstwerken zählen das Sakramentshaus von 1516, das nach jahrhundertelanger Abwesenheit seit 1984 wieder seinen Platz im Chor der alten Kirche gefunden hat. Auch die romanischen Kapitelle, die farbigen Fenster von Jupp Gesing sowie die barocke Altarbildmalerei „Johannes auf Patmos“ sind bemerkenswert. In der neuen Kirche zieren die um 1900 entstandenen Ausmalungen von Felix Schröder die Gewölbe des Mittelschiffs. Weitere kunstvolle Werke stammen von Hermann Kunkler aus den 1980er Jahren, darunter der moderne Altar, die Ambo und der Osterleuchter. Im Kirchenschatz befindet sich zudem eine spätgotische Monstranz aus Dortmund.
Die 2005 erbaute Orgel von Eisenbarth vervollständigt das kulturelle und musikalische Angebot der Kirche. Mit 40 Registern auf drei Manualen und Pedal ist sie ein beeindruckendes mechanisches Instrument, das regelmäßig bei Gottesdiensten und Konzerten erklingt. Die St. Lambertus bietet somit nicht nur Raum für spirituelle Andacht, sondern ist auch ein Ort von historischer und künstlerischer Bedeutung im kulturellen Leben von Castrop-Rauxel.