Kirche/Kloster

Jüdische Gemeinde Celle e.V.

Im Kreise 24, 20140 Celle

Highlights

  • Die älteste erhaltene niedersächsische Fachwerksynagoge Celles wurde 1740 als schlichter Fachwerkbau mit spätbarockem Innenraum errichtet.

Tipps

  • Die Synagoge in Kreis 24 zeigt architektonische Merkmale des Spätbarock und gilt als älteste erhaltene Fachwerksynagoge Niedersachsens.
  • Ein Besuch des Jüdischen Friedhofs Am Berge bietet Einblicke in die historische Bestattungskultur der jüdischen Gemeinde Celle.
  • Die Ausstellung zu NS-Kriegsverbrechen vor britischen Militärgerichten thematisiert juristische Aufarbeitung und historische Konsequenzen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Jüdische Geschichte Celle: Sakrale Stätten entdecken

Die Jüdische Gemeinde Celle e.V. ist ein bedeutender kultureller und religiöser Ort in der niedersächsischen Stadt Celle und beherbergt eine der ältesten erhaltenen Fachwerksynagogen des Landes. Die Geschichte der Synagoge reicht bis ins Jahr 1740 zurück, als die „Judenschaft Celle“ auf zwei Grundstücken im heutigen Kreis 24 ein schlichtes Fachwerkgebäude errichtete. Obwohl die Fassade bescheiden wirkt, verbirgt sich dahinter ein prächtig gestalteter Innenraum im Stil des Spätbarock, der die Bedeutung des Ortes für die jüdische Gemeinde unterstreicht. Die Erlaubnis zum Bau einer Synagoge erhielt die jüdische Gemeinschaft erst 1737 im Fürstentum Lüneburg, was die historische Bedeutung des Gebäudes für die Region betont.

Die Blütezeit der jüdischen Gemeinde in Celle lag im 18. Jahrhundert, als sie etwa 110 Mitglieder zählte. Neben der Synagoge entstanden in der Nähe weitere Einrichtungen wie das Jüdische Museum und der Friedhof Am Berge, die bis heute Zeugnisse der jüdischen Geschichte in der Stadt sind. Besonders prägend war das Testament des Hoffaktors Isaak Jakob Gans aus dem Jahr 1797, das die langfristige Finanzierung der Synagoge sicherte. Heute dient der Ort nicht nur als Gottesdienststätte für die Neue Jüdische Gemeinde Celle, sondern auch als Treffpunkt für die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, die den interreligiösen Dialog fördert.

Die Synagoge gilt als einzigartiges Denkmal niedersächsischer Baukunst und ist heute ein zentraler Ort der Erinnerungskultur. Regelmäßig finden hier Führungen statt, die Einblicke in die Architektur, Geschichte und Bedeutung des Gebäudes geben. Zudem bietet die Umgebung mit dem Jüdischen Museum und dem Friedhof Am Berge weitere Möglichkeiten, sich mit der jüdischen Geschichte Celles zu beschäftigen. Die Synagoge steht damit nicht nur für religiöse Tradition, sondern auch für die lebendige Erinnerung an die jüdische Präsenz in der Region.

Ein besonderes Angebot ist die Ausstellung zu den NS-Kriegsverbrechen vor britischen Militärgerichten, die sich mit dem Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess befasst und die juristische Aufarbeitung der Verbrechen thematisiert. Die Ausstellung unterstreicht die Rolle Celles als Ort der Aufklärung und des Gedenkens, insbesondere im Kontext der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Mit einem Google-Rating von 4,7 Sternen aus über 20 Bewertungen ist die Synagoge nicht nur ein historisches Juwel, sondern auch ein hochgeschätzter kultureller Ort für Besucher und Einheimische.

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