Firmengebäude ehem. Färberei Theodor Haase
Highlights
- Denkmalschutzgesetzte bewahrten den 100-jährigen Klinkerbau und den achteckigen Wasserturm der Färberei Theodor Haase in Originalsubstanz.
- Moderne Betonpfähle sicherten die originalgetreu rekonstruierte Fassade nach Hochwasser 2012 am Chemnitz-Flussufer.
- Die Haase-Villa beherbergt heute Management und Verwaltung im sanierten Wasserturm – Teil des denkmalgerechten Umbaus.
Tipps
- Die historische Klinkerfassade des Gebäudes zeigt originale Details wie Schlusssteine mit Porträts ehemaliger Unternehmer, die bei genauer Betrachtung entdeckt werden können.
- Das Außengelände bietet weitläufige Grünflächen, die als Erholungsraum für Pausen und Freizeitaktivitäten genutzt werden können.
- Der achteckige Wasserturm und die sanierte Haase-Villa im Hintergrund dokumentieren die Verbindung von Industriedenkmal und moderner Unternehmensarchitektur.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Färberei Haase Zentrum
Das Firmengebäude der ehemaligen Färberei Theodor Haase im Zentrum ist ein beeindruckendes Beispiel für den industriellen Erbe Chemnitzs, das durch eine gelungene Verbindung von historischem Charme und moderner Nutzung besticht. Das über 100 Jahre alte Fabrikgebäude mit seiner charakteristischen Klinkerfassade wurde unter strengen Denkmalschutzauflagen saniert und behielt dabei seine ursprüngliche Substanz. Besonders auffällig ist der achteckige Wasserturm, der als Symbol für die technische Infrastruktur der Färberei dient. Im Inneren des Gebäudes hat sich das Management des Unternehmens sowie die Verwaltung in der ebenfalls restaurierten Haase-Villa niedergelassen – ein Zeugnis der unternehmerischen Tradition des Ortes.
Die Sanierung des Denkmals war nicht ohne Herausforderungen: Bereits während der Bauarbeiten im Jahr 2012 musste das Team mit den Folgen eines Hochwassers umgehen, das die Flusslage am Chemnitz direkt hinter dem Stadtbad beeinflusste. Um die historische Fassade zu erhalten, wurde sie originalgetreu dokumentiert, abgetragen und anschließend auf modernen Betonpfählen an der Flussmauer neu errichtet. Diese Maßnahme sicherte nicht nur die Bausubstanz, sondern schuf auch ein großzügiges Außengelände mit Grünflächen, das heute den Mitarbeitenden als Erholungsraum dient. Ein integriertes Sportgelände rundet das Angebot ab und zeigt, wie Industriekultur und moderne Arbeitswelten harmonisch vereint werden können.
Die Färberei Theodor Haase ist Teil einer längeren Tradition chemnitzer Industriegeschichte, die sich im 19. Jahrhundert durch den Aufbau zahlreicher Textilbetriebe prägte. Ursprünglich in Konkurrenz zu anderen Färbereien stehende Unternehmen wie die von Johann von Zimmermann gegründete Werkzeugmaschinenfabrik erreichten internationale Anerkennung – so lobte der Juror Joseph Whitworth auf der Londoner Weltausstellung 1867 Zimmermanns Maschinen mit den Worten *„Very good indeed“*. Die Fassade des Gebäudes verrät heute noch Spuren dieser Epoche: Über den Schlusssteinen der Fenster sind Porträts von Unternehmerpersönlichkeiten wie Haase und seinen Mitstreitern eingelassen, die an die Blütezeit der chemnitzer Industrie erinnern.
Das Gebäude steht exemplarisch für den Umgang mit Industriedenkmälern in Chemnitz, wo historische Bausubstanz durch kreative Sanierungen neu belebt wird. Während der Wasserturm und die Fabrikhalle ihre ursprüngliche Form bewahrt haben, ergänzen moderne Anbauten wie das Wohn- und Verwaltungsgebäude den Komplex. Die Kombination aus Denkmalschutz und zeitgemäßer Nutzung macht die Färberei Theodor Haase zu einem faszinierenden Ort, der Einblicke in die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region bietet – und gleichzeitig als Arbeits- und Lebensraum dient.