Zierbrunnen Der Gartenstadt
Tipps
- Bei Besuch des Zierbrunnens in der Geibelstraße lohnt sich ein Blick auf die historischen Fischkopf-Wasserspiele und die filigranen Kinderfiguren aus Muschelkalk.
- Der Brunnen ist ein guter Startpunkt, um die umliegenden Gründerzeitbauten und den ehemaligen Getreidemarkt zu erkunden.
- In der Nähe befinden sich sehenswerte Architekturdetails des ehemaligen Elektrizitätswerks sowie ruhige Spazierwege entlang der Gartenstadt.
Eigenschaften
Über Zierbrunnen Der Gartenstadt
Der Zierbrunnen der Gartenstadt in Gablenz zählt zu den letzten erhaltenen Brunnendenkmälern des historischen Chemnitzer Stadtbildes. Ursprünglich 1913 auf dem ehemaligen Getreidemarkt eingeweiht, erhielt er seinen heutigen Standort in der Geibelstraße, nachdem er im Zuge städtebaulicher Veränderungen zunächst demontiert und später in die Gartenstadt verlegt wurde. Das Bauwerk entstand durch eine Stiftung des Chemnitzer Verschönerungsvereins und wurde vom Architekturbüro Zapp und Basarke entworfen. Die plastischen Elemente stammen von dem Dresdner Bildhauer Gustav Ullrich, der sich insbesondere durch Ornamentarbeiten und Fassadengestaltungen hervorgetan hatte.
Der Brunnen besteht aus Krensheimer Muschelkalk und zeigt eine kunstvolle Anordnung von Kinderfiguren und Fischköpfen als Wasserspeier. Der Abschluss des Brunnenaufsatzes bildet eine Schale mit floralen Verzierungen. In den 1920er Jahren wurde der Brunnen im Zuge von Bauarbeiten am städtischen Elektrizitätswerk kurzzeitig abgebaut, bevor er schließlich dauerhaft in Gablenz aufgestellt wurde. Dort dient er seitdem als zentraler Gestaltungselement des Marktplatzes und hat mehrere Sanierungen überstanden, zuletzt in den 1990er Jahren durch die CAWG. Die steinbildhauerische Restauration erfolgte im Jahr 2002, begleitet von technischen Arbeiten zur Wiederherstellung der Wasserversorgung.
Heute steht der Zierbrunnen im Mittelpunkt eines stadtplanerischen und kulturellen Erbes, das sowohl architektonische als auch sozialgeschichtliche Aspekte widerspiegelt. Die Gartenstadt Gablenz, in der der Brunnen verankert ist, gilt als bedeutsames Beispiel für das frühe 20. Jahrhundert entstandene moderne Wohnungsbauprogramm in Chemnitz. Der Brunnen selbst fungiert nicht nur als schmückendes Element, sondern auch als Treffpunkt und Veranstaltungsort. Jährlich findet hier das Brunnenfest statt, das von der CAWG etabliert wurde und die Rolle des Brunnens als kultureller Ankerstelle unterstreicht. Mit seinem klaren Jugendstil-Design und seiner lebendigen Nutzung prägt der Brunnen das Stadtbild von Gablenz nachhaltig.