Galerie

Simultanhalle

Volkhovener Weg 209-211, 50737 Chorweiler

Highlights

  • 1979 als kubischer Modellbau für das Museum Ludwig errichtet, heute autonomes Kunstzentrum mit rollstuhlgerechtem Zugang und barrierefreiem WC.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in die Ausstellung.
  • Die rollstuhlgerechten Toiletten bieten eine komfortable Nutzung für alle Gäste während des Aufenthalts im Gebäude.
  • Das kontinuierliche Programm umfasst wechselnde Formate wie Ausstellungen, Lesungen und Konzerte, die zeitgenössische Kunst vielfältig präsentieren.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur & Galerie in Chorweiler: Simultanhalle entdecken

Die Simultanhalle in Chorweiler ist ein einzigartiges Kunstzentrum, das sich als lebendiger Ort der zeitgenössischen Kunst etabliert hat. Ursprünglich als architektonisches Modell für den Neubau des Museums Ludwig konzipiert, entstand 1979 ein kubischer Bau am Stadtrand Kölns – ein Testfeld für innovative Materialien, Lichtführung und die später berühmte Sheddach-Konstruktion. Nach Abschluss der Erprobungen drohte der Abriss, doch Künstler:innen und Initiativen verhinderten dies und verwandelten den Raum in einen eigenständigen Ausstellungsort. Der Name „Simultanhalle“ entstand aus der Idee eines parallelen Kunstbetriebs, der sich von klassischen Museen abgrenzte.

Seit ihrer Gründung wird die Simultanhalle von einem Kuratorium aus Künstler:innen und Kunstakteur:innen geleitet, das ein vielfältiges Programm aus Ausstellungen, Performances, Lesungen und Konzerten gestaltet. Im Fokus steht die Förderung lokaler und internationaler Positionen, die sich in wechselnden Formaten präsentieren. Das Prinzip des „Entwurfs und Modells“ prägt bis heute Struktur und Konzept: Der Raum selbst wird als künstlerisches Experimentierfeld genutzt, während das Ausstellungsprogramm keine starre Linie verfolgt, sondern offene Diskurse ermöglicht.

Aufgrund struktureller Herausforderungen verlagerten sich die Aktivitäten seit 2019 auf das Außengelände und die Umgebung, wo unter dem Namen SimultanProjekte weiterhin Ausstellungen und Performances stattfinden. Der architektonische Charakter des Gebäudes – ein Relikt mit eigener Geschichte – wird dabei als Teil des künstlerischen Diskurses rezipiert. Philosophische und künstlerische Reflexionen, wie sie etwa in Symposien oder Lectures thematisiert werden, unterstreichen die Bedeutung des Ortes als Ort der Erinnerung und des Neudenkens.

Die Simultanhalle steht seit 2021 auf der Roten Liste gefährdeter Bauwerke des Deutschen Verbandes für Kunstgeschichte, was ihre besondere kulturelle Bedeutung unterstreicht. Als Ort des Miteinanders verbindet sie Kunstproduktion mit gesellschaftlicher Teilhabe und bleibt ein Ort der Experimentierfreude – zwischen Ruine und Zukunft. Wer selbst Teil dieser Geschichte sein möchte, kann sich als Künstler:in oder mit Materialien an die Initiative wenden.

Mit ihrem hybriden Charakter als Ausstellungsraum, Labor und Denkort verkörpert die Simultanhalle die Dynamik zeitgenössischer Kunst: Sie ist kein Museum im klassischen Sinn, sondern ein lebendiger Prozess, der Architektur, Kunst und Gemeinschaft verbindet. Hier entstehen nicht nur Ausstellungen, sondern auch Erzählungen – über das, was bleibt, wenn Gebäude und Ideen in Bewegung geraten.

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