Kirche/Kloster

St. Egidien

An d. Kirche 5, 04680 Colditz

Highlights

  • St. Egidien in Colditz ist eine gotische Saalkirche mit erster Erwähnung 1268 und Turm aus dem 13. Jahrhundert.
  • Die Kirche wurde mehrfach durch Brände beschädigt und erhielt ihre heutige Gestalt nach Restaurierungen im 19. und 20. Jahrhundert.
  • Ausstattungshighlights sind der Cranachschüler-Altar von 1598 und eine Porphyrtaufe aus dem 17. Jahrhundert.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über St. Egidien

Die evangelische Stadtkirche St. Egidien in Colditz ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk und zentraler Ort des kirchlichen Lebens in der Region. Mit ihrer gotischen Architektur und reichen Geschichte zählt sie zu den kulturhistorischen Highlights der Stadt. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche erfolgte bereits im Jahr 1268, wobei der Name auf den Heiligen Ägidius zurückgeht, der in der Legende durch eine Hirschkuh versorgt wurde, nachdem er verwundet worden war.

Das Gebäude selbst präsentiert sich als Saalkirche mit markanten architektonischen Elementen. Der ursprünglich als Wehrturm genutzte Westturm wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und erhielt seine heutige Form im frühen 19. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert sind das Rippennetzgewölbe im Chor, das Sternengewölbe in der Vorhalle sowie die Emporen aus dem Jahr 1876. Mehrfach zerstört – etwa durch Brände im Jahr 1429 und 1504 – wurde die Kirche stets wieder aufgebaut und erneuert, was ihre besondere Bauhistorie widerspiegelt.

Die Innenausstattung beherbergt wertvolle Kunstwerke, darunter ein Altar aus dem späten 16. Jahrhundert mit einer Auferstehungsdarstellung von Zacharias Wehme, einem Schüler Lucas Cranachs. Die Porphyrtaufe aus dem 17. Jahrhundert stammt ursprünglich aus der ehemaligen Augustinerkirche in Grimma. Besonders sehenswert sind auch die beiden Porphyrtafeln im Chor, die an die Kurfürstin Sophie von Sachsen erinnern, welche den Umbau des Kirchensaals initiierte. Eine Gedenktafel in der Vorhalle ehrt Wenzeslaus Linck, einen Freund Martin Luthers und bedeutenden Reformator, der seine Schulzeit in Colditz verbrachte.

Die Orgel der Stadtkirche wurde 1876/77 vom Orgelbauer Wilhelm Eduard Schmeisser erbaut und später erweitert. Mit 30 Registern auf zwei Manualen und Pedal bietet sie beste Voraussetzungen für konzertante und liturgische Nutzung. Die Kirche ist Schauplatz vielfältiger Veranstaltungen, darunter Konzerte, Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen, die sowohl Einheimische als auch Touristen ansprechen. Ihre zentrale Lage direkt neben dem Schloss Colditz macht sie zu einem markanten Wahrzeichen der Stadt.

Heute steht die Stadtkirche St. Egidien im kirchlichen und kulturellen Leben der Gemeinde Colditz im Vordergrund. Sie ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein künstlerischer und historischer Anziehungspunkt, der Besucher aus nah und fern einlädt, sich von ihrer besonderen Atmosphäre und ihrem reichhaltigen Erbe inspirieren zu lassen.

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