Ton und Rundfunk Museum
Highlights
- Das Ton und Rundfunk Museum in Cornberg zeigt historische Jukeboxen und frühe Tonaufzeichnungstechnik wie Edisons Phonographen (1877).
- Ausgestellt sind auch Polyphon-Musikwerke (ab 1889) und originale Geräte aus dem Bergbau-Dorf Cornbergs Entwicklung seit 1938.
Tipps
- Das erhaltene gotische Klostergeviert aus dem 13. Jahrhundert dient als architektonischer Rahmen für Ausstellungen zur regionalen Bergbau- und Klostergeschichte Cornbergs.
Eigenschaften
Kultur-Museum Cornberg: Ton & Rundfunk
Das Ton und Rundfunk Museum in Cornberg bietet einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Tonaufzeichnung und des Rundfunks – zwei Medien, die seit dem späten 19. Jahrhundert die Kommunikation und Unterhaltung revolutionierten. Gelegen in einer historischen Bergarbeitersiedlung, die 1938 für den Kupferschieferbergbau im Richelsdorfer Gebirge entstand, verbindet das Museum technikgeschichtliche Exponate mit der regionalen Vergangenheit. Besonders prägend war hier seit 1296 ein Benediktinerinnenkloster, dessen gotisches Klostergeviert heute noch als architektonisches Juwel erhalten ist und seit 1990 wieder instand gesetzt wurde.
Im Mittelpunkt der Sammlung stehen frühe Geräte wie der 1877 von Thomas Edison erfundene Phonograph, der die Grundlagen für die Schallaufzeichnung legte. Die Weiterentwicklung durch Wachs-Walzen und später die 4-Minuten-Zelluloidwalze „Amberol“ (ab 1909) zeigt, wie sich die Technik im frühen 20. Jahrhundert rasant veränderte. Ein besonderer Höhepunkt ist die Jukebox, deren Ursprünge bis ins Jahr 1890 zurückreichen. Diese Münzspielautomaten, die erst nach Münzeinwurf Musik abspielten, erlebten im Retro-Stil eine Renaissance und werden heute von Sammlergruppen und Spezialwerkstätten originalgetreu restauriert.
Ein weiteres Highlight sind die Polyphon-Musikwerke, die 1889 von Gustav Adolph Brachhausen und Ernst Paul Rießner gegründet wurden. Bei der Weltausstellung in Antwerpen 1894 wurden diese innovativen Geräte mit einer Silbermedaille ausgezeichnet – ein Beleg für die regionale Bedeutung der Musikinstrumentenherstellung. Das Museum verbindet diese technikgeschichtlichen Schätze mit der lokalen Geschichte, etwa der Reformation, die 1526 zur Auflösung des Klosters Cornberg führte. Die heutige Kirche entstand später, wobei der Glockenturm aufgrund des instabilen Baugrunds als Holzkonstruktion neben dem Hauptgebäude errichtet wurde.
Cornberg selbst ist ein Ort mit bewegter Vergangenheit: Die Bergarbeitersiedlung entstand erst im 20. Jahrhundert, während die Umgebung seit Jahrhunderten durch den Kupferschieferabbau geprägt war. Das Museum nutzt diese historische Kulisse, um den Besuchern nicht nur die Entwicklung des Tons und Rundfunks, sondern auch die Verbindung von Technik und regionaler Identität zu vermitteln. Ideal für Kulturinteressierte, die sich für die Wurzeln moderner Medien und die lokale Geschichte begeistern können.