TamieH
Highlights
- TamieH – ZukunftsWerk Crailsheim organisiert seit 2024 Ferienangebote für Kinder/Jugendliche mit kreativen Projekten im Fliegerhorstareal.
- Der Verein renovierte das denkmalgeschützte Schloss und managt selbstständig soziale und bauliche Prozesse im Crailsheimer Kulturraum.
Tipps
- Die historische Bedeutung des Fliegerhorsts Crailsheim wird durch die erhaltenen Bauten und die Aufarbeitung seiner Vergangenheit im Nationalsozialismus thematisiert.
- Ein kreatives Angebot für Kinder und Jugendliche findet während der Sommerferien auf dem Gelände statt, bei dem Naturmaterialien zu einem Gemeinschaftsprojekt verarbeitet werden.
- Das renovierte Schloss auf dem Gelände dient als kultureller Veranstaltungsort und zeigt selbstorganisierte Projekte in den Bereichen Handwerk und soziale Initiativen.
Eigenschaften
Kulturzentrum TamieH – Kultur in Crailsheim entdecken
Das TamieH – ZukunftsWerk Fliegerhorst in Crailsheim ist ein lebendiges Kulturzentrum, das sich als innovativer Ort für kreatives Schaffen, gesellschaftliches Engagement und historische Aufarbeitung versteht. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von künstlerischen Projekten mit sozialem Zusammenhalt – ein Ansatz, der sich durch partizipative Prozesse und die aktive Einbindung der Gemeinschaft auszeichnet. Besonders bemerkenswert ist die gelungene Sanierung eines denkmalgeschützten Schlosses, das nicht nur als architektonisches Juwel erhalten, sondern auch als Raum für kulturelle Initiativen und Arbeitsgemeinschaften genutzt wird.
Ein zentrales Merkmal des TamieH ist seine offene Arbeitsweise: Hier werden nicht nur Bauprojekte oder künstlerische Vorhaben umgesetzt, sondern auch die organisatorischen und sozialen Abläufe selbst von den Beteiligten mitgestaltet. Diese kollektive Herangehensweise schafft Raum für Experimentierfreude und Nachhaltigkeit – etwa durch die Nutzung von Naturmaterialien wie Zweigen, Blüten oder Steinen, die in Gemeinschaftsaktionen zu künstlerischen Installationen verarbeitet werden. Ein Beispiel dafür ist das im Sommer 2024 entstandene „Mosaikbild“ auf einer Grünfläche am Straßenrand, das aus gesammelten Elementen der Umgebung entstand und so eine direkte Verbindung zur lokalen Umwelt herstellte.
Der Fliegerhorst Crailsheim selbst trägt eine bewegte Geschichte, die bis in die Zeit des Nationalsozialismus zurückreicht. Ursprünglich als militärischer Stützpunkt konzipiert, entstand hier ab den 1930er-Jahren eine Infrastruktur aus Flugzeughangars, Unterkünften und Verwaltungsgebäuden. Die Zerstörung durch alliierte Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg veränderte das Areal grundlegend: Während die historische Innenstadt zu über 95 Prozent verwüstet wurde, blieb der Flugplatz als Kasernenstandort erhalten. Später entwickelte sich das Gelände zu einer Gewerbezone, wobei Spuren der früheren Nutzung wie die „McKee-Barracks“ heute kaum noch erkennbar sind.
Als Kulturverein verbindet das TamieH diese historische Prägung mit zeitgenössischen Projekten, die Raum für neue Perspektiven bieten. Ob durch temporäre Ausstellungen, Workshops oder Gemeinschaftsaktionen – das Zentrum dient als Plattform für künstlerische und soziale Innovation. Besonders die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen, etwa durch Ferienangebote auf dem Fliegerhorstareal, zeigt, wie Kultur und Bildung hier Hand in Hand gehen. Durch solche Initiativen wird nicht nur die lokale Identität gestärkt, sondern auch ein Bewusstsein für die Vielschichtigkeit des Ortes geschaffen – zwischen militärischer Vergangenheit, industrieller Gegenwart und kreativer Zukunft.
Das TamieH steht damit für einen modernen Kulturbegriff, der über reine Präsentation hinausgeht. Es ist ein Ort des Miteinanders, an dem Geschichte lebendig wird, neue Ideen entstehen und die Gemeinschaft aktiv mitgestaltet. Durch seine offene Ausrichtung und den Fokus auf partizipative Formate bleibt es ein einzigartiger Ankerpunkt für Crailsheim und seine Umgebung – ein Beweis dafür, dass Kultur nicht nur bewahrt, sondern auch neu gedacht werden kann.