Denkmal/Gedenkstätte

Hungerturm

95473 Creußen

Highlights

  • Der Hungerturm in Creußen ist Teil des Baudenkmalensembles Altstadt und zählt zu den geschichtsträchtigen Gebäuden der Stadt.
  • Er steht auf einem Sandsteinsporn über dem Roten Main und ist seit 1973 als Denkmal geschützt.
  • Die Stadt Creußen wurde 1358 gegründet und verfügt über eine gut erhaltene Stadtbefestigung.

Tipps

  • Besuchen Sie das Ensemble Altstadt Creußen mit seinen historischen Gebäuden und der Stadtmauer.
  • Erkunden Sie den zentralen Marktplatz und die Habergasse, die durch ihre historische Bedeutung auffallen.
  • Achten Sie auf die architektonischen Details der Baudenkmäler entlang der Mauern und Gassen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Hungerturm

Der Hungerturm ist ein geschichtsträchtiges Baudenkmal in der Stadt Creußen im Landkreis Bayreuth, Bayern. Er zählt zum Ensemble der historischen Altstadt Creußen, die auf einem sandsteinernen Sporn über dem Roten Main liegt. Diese Lage verleiht der Stadt seit jeher strategische Bedeutung und prägte ihre Entwicklung als Mischform aus Burg und Stadt bereits im frühen Mittelalter. Der Turm ist Teil der durchgehend erhaltenen Stadtbefestigung, deren Ursprünge auf die Zeit unmittelbar nach der Stadtgründung im 14. Jahrhundert zurückgehen. Die Mauern und Türme wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erneuert und erhielten ihre heutige Form zuletzt im 17. Jahrhundert.

Der Name „Hungerturm“ verweist vermutlich auf die Funktion des Turms als Vorratsspeicher oder Kerker in Krisenzeiten. Die Befestigungsanlage umschließt eng aneinander gereihte Bürger- und Handwerkerhäuser, die bis heute das Stadtbild prägen. Besonders bemerkenswert ist die erhaltene Parzellierung und die charakteristische Anordnung der Gebäude in Giebelstellung, die noch heute an die vor dem Stadtbrand von 1893 bestehende Struktur erinnert. Nach dem verheerenden Brand wurde die Stadt im Zuge des Wiederaufbaus größtenteils im Stil der späten 19. Jahrhunderts rekonstruiert, wobei dennoch der ursprüngliche städtebauliche Grundriss beibehalten wurde.

Die Altstadt Creußen, zu der auch der Hungerturm gehört, wird durch eine Vielzahl von unterirdischen Kelleranlagen geprägt, die tief in den Sandstein hineingetrieben wurden. Diese Anlagen gliedern sich in mehrgeschossige Parzellenkeller sowie verzweigte Stollensysteme, die unabhängig von der oberirdischen Bebauung sind. Einige dieser Gänge enden in sogenannten Eismulden und dienten einst der Lagerung von Lebensmitteln. Diese unterirdischen Strukturen sind integraler Bestandteil des Ensembles und tragen zur Einzigartigkeit der historischen Bausubstanz bei.

Der Hungerturm selbst steht exemplarisch für die enge Verzahnung von Stadt und Befestigungsanlage in Creußen. Er befindet sich im südwestlichen Bereich der Stadtmauer und gehört zu den markanten Eckpunkten der Befestigung. Die Stadt Creußen gilt als eine der besterhaltenen Kleinstädte Oberfrankens und ist sowohl landschaftlich als auch kulturhistorisch von herausragender Bedeutung. Die Altstadt mit ihren Gebäuden, Mauern, Türmen und unterirdischen Anlagen wurde als Baudenkmalensemble in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen und unterstreicht den kulturhistorischen Wert der Region.

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