Evangelisch altreformiert, Gemeindehaus
Highlights
- Evangelisch-altreformierte Gemeinde in Neuenhaus-Veldhausen mit historischem Gemeindehaus seit 1855, ursprünglich ohne Turm.
- Trennung von der Reformierten Landeskirche 1863; 1981 wurde ein Glockenturm am Gemeindehaus errichtet.
- 1970 besuchten bis zu 391 Gläubige die Vormittagsgottesdienste in der Gemeinde.
Tipps
- Das Gemeindehaus verfügt über historische Bänke, die für traditionelle Gottesdienste und Versammlungen genutzt werden können.
- Ein Glockenturm ergänzt seit 1981 die architektonische Gestaltung des Gebäudes und dient als akustisches Zeichen für Gottesdienste.
- Das Chorgestühl an der Stirnseite des Raumes ermöglicht eine zentrale Platzierung für musikalische und liturgische Elemente.
Eigenschaften
Evangelisch-altreformierte Gemeinde Neuenhaus-Veldhausen: Sakraler Ausflug
Das Evangelisch altreformierte Gemeindehaus in Neuenhaus-Veldhausen ist ein historisch bedeutsames Zentrum der reformierten Tradition in der Region. Seine Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als sich die Gemeinde von der reformierten Landeskirche abspaltete und eigene Versammlungsorte suchte. Vor der Errichtung eines eigenen Gebäudes fanden die Gottesdienste zunächst in Scheunen – etwa in Grasdorf, wo der Landwirt Holtgeerds seinen Hof für die Versammlungen zur Verfügung stellte. Prediger aus bereits gegründeten Gemeinden in Wilsum und Uelsen reisten regelmäßig an, um die Gläubigen zu versorgen, die sich mit der offiziellen Kirche nicht einverstanden zeigten.
1855 entstand das erste Gemeindegebäude – noch ohne Turm oder Glocken, aber als funktionaler Versammlungsort für die wachsende Gemeinde. Die offizielle Trennung von der Reformierten Landeskirche erfolgte 1863, was den Weg für eine eigenständige Organisation ebnete. Die Gemeinde organisierte sich zunehmend strukturiert: Für die Bezirke Alte Piccardie und Esche wurden eigene Bezirksälteste im Kirchenrat bestellt, um die wachsende Zahl der Mitglieder zu betreuen. Eine Zählung aus dem Jahr 1970 verzeichnete bereits 391 Teilnehmer am Vormittagsgottesdienst und 290 am Nachmittagsgottesdienst – ein Zeichen für die lebendige Gemeindepraxis.
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Gebäude weiter: 1981 wurde ein Glockenturm hinzugefügt, der das Erscheinungsbild prägte. Gleichzeitig fanden innenarchitektonische Veränderungen statt – die traditionellen Kirchenratsbänke wichen einem Chorgestühl, ein großes Holzkreuz an der Stirnseite unterstrich die reformierte Ausrichtung, und die Orgel erhielt ein zweites Manual sowie eigene Pedalregister. Auch das Dach wurde umgestaltet, als ein Giebeldach auf dem Flachdach des Gemeindehauses errichtet wurde. Diese Modernisierungen spiegeln den Bestreben wider, den Raum sowohl liturgisch als auch akustisch für die Gottesdienste zu optimieren.
Heute ist das Gemeindehaus ein Ort der Begegnung und des Glaubens, der von einer aktiven Gemeinde geprägt wird. Neben den regelmäßigen Gottesdiensten engagieren sich hier Jugendliche und Erwachsene in verschiedenen Bereichen: Das Amt des Jugendältesten wurde 1979 eingeführt, und heute arbeiten Pastor Dieter Wiggers (Veldhausen), Pastorin Saskia Klompmarer (Nordhorn/Jugendbund) sowie Inga Meyer und Martin Arends als Jugendälteste in Veldhausen zusammen. Jens Legtenborg ist Teil des Jugendausschusses, der die Arbeit mit jungen Menschen fördert. Mit einem Google-Rating von 4,3/5 aus über 20 Bewertungen gilt das Gemeindehaus als ein geschätzter Ort der Spiritualität und Gemeinschaft in der Region.
Das Evangelisch altreformierte Gemeindehaus in Neuenhaus-Veldhausen verbindet historische Kontinuität mit lebendiger Gegenwart. Es steht für den reformierten Glauben in der Emsland-Region und bietet seinen Mitgliedern einen Raum, in dem Tradition und Moderne aufeinander treffen – sei es durch die Architektur, die Gottesdienstgestaltung oder die vielfältigen Angebote für alle Altersgruppen. Für Besucher und Gläubige gleichermaßen ist es ein Ort der Stille, des Austauschs und des gemeinsamen Feierns des Glaubens.