Evang. Pfarramt
Highlights
- Evangelisches Pfarramt Meersburg seit 1854 als eigenständige Gemeinde mit historischer Verbindung zum 16. Jh. als Bischofskapelle.
- 1978 wurde die heutige Weigle-Orgel mit 16 Registern durch Spenden der Gemeinde finanziert; 2001 erfolgte eine umfassende Renovierung.
- Künstlerische Fenster im Altarbereich – u. a. ein farbiges Auferstehungsfenster – entstanden durch gemeindeinterne Aktionen und Förderverein.
Tipps
- Der historische Bau aus dem 16. Jahrhundert zeigt originale Architektur mit späterer Umgestaltung zur Hauskapelle durch Bischof Schönborn im 18. Jahrhundert.
- Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zum Gemeindezentrum und den Gottesdienstraum.
- Die 1978 eingebaute Weigle-Orgel mit 16 Registern und drei Kuppeln wird durch Spenden der Kirchengemeinde finanziert und prägt den Klangraum.
Eigenschaften
Evang. Pfarramt Meersburg – Sakrale Kultur erleben
Das Evangelische Pfarramt in Meersburg zählt zu den historischen und kulturell bedeutsamen Sakralbauten am Bodensee und ist eng mit der Entwicklung der evangelischen Gemeinde vor Ort verbunden. Die Ursprünge des Gebäudes reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, als es als Marstall für die Region genutzt wurde. Erst im 18. Jahrhundert ließ Bischof Damian Hugo von Schönborn das Anwesen zu einer privaten Hauskapelle umgestalten – mit direktem Zugang aus seinen Privatgemächern. Dieser Umbau unterstreicht die Verbindung von weltlicher und geistlicher Macht in der damaligen Zeit.
Die heutige Bedeutung als evangelisches Pfarramt entstand 1854, als die erste evangelische Gemeinde in Meersburg gegründet wurde. Bis dahin fanden Gottesdienste in anderen Räumlichkeiten statt, doch mit der Institutionalisierung der Gemeinde wurde ein eigener Versammlungsort notwendig. Das historische Gebäude bot hierfür die ideale Grundlage und wurde schrittweise an die neuen Anforderungen angepasst. Besonders prägend war die Errichtung einer eigenen Orgel im 20. Jahrhundert, die 1978 mit 16 Registern und drei Kuppeln fertiggestellt wurde – finanziert ausschließlich durch Spenden der Gemeinde.
Ein weiterer Meilenstein war die umfassende Renovierung im Jahr 2001, die dank einer großzügigen Vermächtniszuwendung eines Gemeindeglieds realisiert werden konnte. Unter der Leitung des Architekten Reinhard Leuchtenberger erhielt das Pfarramt nicht nur eine technische Aufwertung, sondern auch eine künstlerische Aufwertung durch farbenfrohe Fenster. Besonders das Auferstehungsfenster im Altarbereich, das ein leuchtendes Kreuz symbolisiert, wurde durch die kreative Mitwirkung der Gemeinde und eines Fördervereins geschaffen. Diese Maßnahmen unterstreichen den lebendigen Bezug der Kirchengemeinde zu ihrem historischen Ort.
Die Verbindung von barocker Baugeschichte, handwerklicher Orgelkunst und moderner künstlerischer Gestaltung macht den Ort zu einem besonderen Anlaufpunkt für Kulturinteressierte und Gläubige gleichermaßen. Die positive Bewertung durch Besucher unterstreicht zudem den Wert des Gebäudes als Ort der Andacht und des kulturellen Austauschs am Obersee.