Kapelle Siechenhaus
Highlights
- Das Siechenhaus vor Dassow wurde im 13. Jahrhundert als Leprahaus errichtet und diente später als Armenhaus.
- Die zugehörige Kapelle wurde bis ins 19. Jahrhundert kirchlich genutzt, bevor das Gebäude 1972/73 durch DDR-Grenztruppen abgerissen wurde.
- Das Siechenhaus lag nördlich von Zarnewenz an der B 105 und wurde 1950 nach Dassow eingemeindet.
Tipps
- Das Sakrale Bauwerk Kapelle Siechenhaus in Dassow ist ein historisches Gebäude aus dem 13. Jahrhundert, das später nach einem Brand im 17. Jahrhundert umgestaltet wurde.
- Die evangelisch-lutherische Kirche liegt zentral in Dassow und verfügt über Parkplätze direkt hinter dem Gebäude.
Eigenschaften
Kultur und Sakralbau in Dassow: Kapelle Siechenhaus erkunden
Die Kapelle Siechenhaus in Dassow ist ein ehemaliger Sakralbau, der heute als evangelisch-lutherische Kirche genutzt wird und im Herzen der Gemeinde im nordwestmecklenburgischen Landkreis liegt. Ursprünglich im Zusammenhang mit einem mittelalterlichen Siechenhaus errichtet, das zur Versorgung von Kranken und Armen diente, zählt die Kapelle zu den ältesten erhaltenen Bauten der Region. Sie steht an der historischen Verkehrsachse zwischen Lübeck und Wismar und war ein wichtiger Ort der Versorgung und des Glaubens für die umliegenden Dörfer, darunter Schwanbeck und Zarnewenz.
Die Geschichte des Komplexes reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, als das Siechenhaus vermutlich unter Bischof Einfluss des Hochstifts Ratzeburg entstand. Die Kapelle selbst wurde im Übergang vom 15. zum 16. Jahrhundert erbaut und diente den Bewohnern des Siechenhauses sowie der umliegenden ländlichen Bevölkerung als Gotteshaus. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgebaut, unter anderem nach einem verheerenden Brand im 17. Jahrhundert. Die evangelisch-lutherische Prägung etablierte sich nach der Reformation fest, und die Kapelle blieb weiterhin ein kirchlicher Mittelpunkt, auch als Armenhaus und Schulstandort.
Das Bauwerk selbst ist ein schlichtes, dennoch eindrucksvolles Beispiel spätgotischer und reformativer Sakralarchitektur. Es zeigt typische Merkmale norddeutscher Hallenkirchen mit schlichten, dennoch fein gearbeiteten Details. Besonders erwähnenswert ist die robuste Bauweise, die den Wetter- und Hochwassergefahren an der Stepenitz Rechnung trug. Noch heute erinnern Hochwassermarken an der Außenwand an die zahlreichen Überschwemmungen, die das Gelände im Laufe der Jahrhunderte heimsuchten, darunter auch das große Sturmhochwasser von 1872.
Nach dem Auszug der letzten Insassen Anfang des 20. Jahrhunderts verfiel das Siechenhaus zunehmend, während die Kapelle als Gotteshaus weiter genutzt wurde. Im Zuge der innerdeutschen Teilung wurde der ursprüngliche Gebäudekomplex in den 1970er Jahren durch die DDR-Grenztruppen abgerissen, da er unmittelbar an der innerdeutschen Grenze lag. Lediglich die Kapelle wurde erhalten und später renoviert. Heute steht sie als Zeugnis der regionalen Geschichte und sakralen Baukunst unter Denkmalschutz und ist fester Bestandteil der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Dassow.
Die Kapelle Siechenhaus ist nicht nur ein Ort der Besinnung, sondern auch ein kulturhistorisches Denkmal von hohem regionalen Wert. Ihre zentrale Lage in Dassow und die ruhige Atmosphäre laden Besucher dazu ein, innezuhalten und die besondere Ausstrahlung des Ortes wahrzunehmen. Ob für einen kurzen Besuch oder im Rahmen einer kirchlichen Andacht – die Kapelle bietet Raum für Ruhe, Reflexion und spirituelle Erneuerung inmitten der mecklenburgischen Landschaft.
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Häufige Fragen zu Kapelle Siechenhaus
Was war das Siechenhaus vor Dassow?
Quelle: wikipedia
Warum wurde das Siechenhaus beseitigt?
Quelle: wikipedia
Wo lag das Siechenhaus genau?
Quelle: wikipedia
Welche Funktion hatte die Kapelle im Siechenhaus?
Quelle: wikipedia