Denkmal/Gedenkstätte

Auge Gottes

53619 Rheinbreitbach

Highlights

  • Das Auge Gottes ist ein Bildstock auf einer Höhe von 305,3 m ü. NHN im Rheinbreitbacher Wald.
  • Errichtet wurde er vermutlich 1870–1880 von Gastwirt Johann Wilhelm Menden als Mahnung an Holzdiebe.
  • Heute zählt er als Sehenswürdigkeit am Rheinhöhenweg und dient als Anfahrtspunkt für Rettungsfahrzeuge.

Tipps

  • Der Rundweg um das Auge Gottes ist 8,55 km lang und gut begehbar, mit mehreren Rastplätzen und einer Hütte in der Nähe.
  • Gut ausgeschilderte Wege führen zum Auge Gottes, einem historischen Bildstock auf dem Rheinwesterwälder Vulkanrücken, erreichbar vom Rheinhöhenweg.
  • Mehrere Sitzgelegenheiten und ein Mülleimer laden zur Pause ein, auch wenn eine Aussicht vom Hasenhardt nicht vorhanden ist.

Eigenschaften

Outdoor Aktiv Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Auge Gottes

Das Auge Gottes ist ein kapellenähnlicher Bildstock auf der Gemarkung der Ortsgemeinde Rheinbreitbach im Landkreis Neuwied, Rheinland-Pfalz. Es liegt auf dem Rheinwesterwälder Vulkanrücken, einer Erhebung des Niederwesterwaldes, etwa 340 Meter südöstlich des Hasenhardt-Gipfels. Die historische Gebetsstätte befindet sich an einer gut ausgebauten Kreuzung mehrerer Waldwege und gilt als markanter Wegpunkt entlang des Rheinhöhenwegs, der Teil des bekannten Rheinsteigs ist. In unmittelbarer Nähe verläuft die Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen.

Der Bau des Bildstocks wird auf das späte 19. Jahrhundert datiert und geht vermutlich auf den Gastwirt Johann Wilhelm Menden zurück. Ursprünglich plante dieser an dieser gut frequentierten Kreuzung den Bau eines Gasthauses, was jedoch von der Gemeindeverwaltung abgelehnt wurde. Stattdessen errichtete er den Bildstock, dessen Giebelfeld das sogenannte „Auge Gottes“ zeigt – ein Symbol für die allessehende Vorsehung, das als Mahnung an Holzdiebe gedacht war, die Mendens Grundstück regelmäßig plünderten. Die zentrale Darstellung verdeutlicht, dass kein Vergehen ungesühnt bleibt.

Im Laufe der Jahre wurde der Bildstock mehrfach renoviert. In der Zwischenkriegszeit wurde das umliegende Gelände zeitweise zur Gewinnung von Quarzit gepachtet, ohne dass größere Eingriffe am Bauwerk selbst stattfanden. Während des Zweiten Weltkriegs entstand südlich der Stätte eine Abschussrampe für V1-Marschflugkörper. In späteren Jahren erfolgten weitere Restaurationen, zuletzt in den Jahren 2016 und 2017, bei denen auch das Christusbild instand gesetzt wurde. An der rechten Seite des Bildstocks wurde ein Kriegskreuz angebracht, das an die Opfer beider Weltkriege erinnert.

Eine weit verbreitete Sage verbindet den Namen mit einer rätselhaften Erscheinung: Ein einst gewalttätiger Burgherr aus Bruchhausen, nahegelegen, habe an dieser Stelle plötzlich ein grelles Auge am Himmel erblickt, das ihn daran hinderte, eine Hirschkuh zu erlegen. In Verzweiflung über das unerklärliche Ereignis beging er Selbstmord, woraufhin seine Untertanen aus Dankbarkeit den Bildstock errichteten. Obwohl die Sage populär ist, fehlt ihr historische Fundierung.

Heute dient das Auge Gottes als Rastplatz für Wanderer und Radfahrer. Mehrere Sitzgelegenheiten und eine Hütte laden zur Pause ein. Die Wege in der Umgebung sind gut ausgeschildert und begehbar. Obwohl eine weite Aussicht fehlt, bleibt der Ort aufgrund seiner ruhigen Waldlage und seiner kulturellen Bedeutung ein geschätzter Anlaufpunkt. Ein Mülleimer steht bereit, um die Sauberkeit zu erhalten, wobei Besucher gebeten werden, bei Möglichkeit ihren Abfall wieder mitzunehmen.

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