Museum

Heimatverein Holzhausen e.V.

Kapellenweg 4, 57299 Burbach-Holzhausen

Highlights

  • Holzhausen war 1919 Schauplatz der ersten SPD-Ortsgründung im Siegerland mit über 60 Mitgliedern.
  • Der Verein ehrt Siegfried Betz als erstes NS-Opfer im Siegerland und bewahrt historische Grenzsteine wie Nr. 148.
  • 1921 entstand die Sängerhalle 7, ein zentraler Ort für kulturelle Veranstaltungen im Dorf.

Tipps

  • Der Besuch des Heimatvereins ermöglicht Einblicke in die historische Entwicklung Holzhausens vom mittelalterlichen Grenzort bis zur heutigen Gemeinde Burbach-Holzhausen.
  • Die Audioführung am Kirchplatz bietet eine akustische Zeitreise durch die Ortsgeschichte, beginnend mit der Gründung des SPD-Ortsvereins im Jahr 1919.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur & Museum in Burbach-Holzhausen

Der Heimatverein Holzhausen e.V. bewahrt die einzigartige Geschichte des Siegerländer Ortes Holzhausen – ein Dorf mit tief verwurzelten Traditionen und bewegender Vergangenheit. Eingebettet in die historische Grenzmark zwischen den Erzbistümern Mainz, Trier und Köln, prägten hier seit dem Mittelalter wechselnde Machtverhältnisse das Leben. Der Hickengrund, eine mittelalterliche Befestigungsanlage, umschloss einst das Gebiet und spiegelt die strategische Bedeutung der Region wider. Noch heute sind an den Ufern des Wetterbachtals, einem Juwel des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge, Spuren dieser Vergangenheit zu entdecken – etwa die markanten Grenzsteine aus der Zeit des Königreichs Preußen und des Herzogtums Nassau. Diese Steine, wie die berühmte Nummer 148 oder der Dreiländereck-Stein (Nr. 193), markieren die historische Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen und dokumentieren die komplexe Verwaltungsgeschichte der Region.

Holzhausen selbst entstand als „D`r-Eseln-dorf“, später in Dresselndorf umbenannt, und wurde von den Nachfahren des Siedlers Hans Hick, den „Hicken“, geprägt. Die politische Eigenständigkeit des Dorfes endete 1969, als es Teil der neu gebildeten Gemeinde Burbach wurde – ein Wandel, der bis heute in der regionalen Identität nachhallt. Der Heimatverein setzt sich mit diesem Erbe auseinander, etwa durch die systematische Erforschung der Grenzsteine anhand historischer Vermessungsrisse des Geometers Schüler. Diese „Reinkarten“, heute im Hessischen Staatsarchiv Wiesbaden archiviert, bieten Einblicke in die genauen Grenzverläufe und die topografischen Besonderheiten der Region.

Ein zentrales Kapitel der Holzhauser Geschichte ist die Zeit um 1919, als hier der erste SPD-Ortsverein im Siegerland gegründet wurde. Die Partei fand in der Dorfgemeinschaft großen Zuspruch, und ihr erstes Opfer unter den Nationalsozialisten, Siegfried Betz, wurde 2018 als Symbol des Widerstands geehrt. Der Verein erinnert an solche Persönlichkeiten und dokumentiert das kulturelle Leben – etwa durch den Bau der Sängerhalle 1921, die bis heute als Ort der Begegnung dient. Ein Dorfrundgang mit Audio-Stationen führt Besucher entlang historischer Schauplätze, von der Evangelischen Kirche über den Kirchplatz bis zu den Grenzsteinen, und macht die Vielfalt der Ortsgeschichte erlebbar.

Als kultureller und geschichtlicher Ankerpunkt verbindet der Heimatverein Holzhausen e.V. Vergangenheit und Gegenwart. Ob durch die Aufarbeitung der Grenzsteine, die Bewahrung lokaler Traditionen oder die Auseinandersetzung mit politischen Meilensteinen – der Verein zeigt, wie ein kleines Dorf im Wandel der Zeit seine Identität bewahrt hat. Für Geschichtsinteressierte, Wanderer und alle, die die Grenzlandkultur zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen kennenlernen möchten, bietet Holzhausen ein einzigartiges Erlebnis. Die Arbeit des Vereins macht deutlich: Hier lebt die Geschichte – und sie ist greifbar.

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