Wolkenstein
Highlights
- Wolkenstein ist ein kleiner Krater bei Neustadt (Wied) und gehört zum Geopark Westerwald-Lahn-Taunus.
- Das Basaltvorkommen entstand vor etwa 6 Millionen Jahren und ist kein echter Vulkankrater.
- Frühere Abbauversuche hinterließen sichtbare Spuren, heute ist die Stelle ein Naturdenkmal.
Tipps
- Der ehemalige Basaltabbau ist über einen kraterartigen Einschnitt im Gelände erkennbar.
- Der Ort liegt etwa 300 Meter südlich des Bertenauer Kopfes und ist über Wege erreichbar.
- Ein Besuch lohnt sich besonders für Interessierte an geologischen Besonderheiten der Region.
Eigenschaften
Über Wolkenstein
Der Wolkenstein ist ein geologisch bedeutsamer Ort in Neustadt (Wied) im Landkreis Neuwied, Rheinland-Pfalz. Gelegen etwa 300 Meter vom Bertenauer Kopf entfernt, stellt er ein weiteres Basaltvorkommen in der Region dar. Die Stelle ist durch eine kleine Kuppe gekennzeichnet und lässt sich über einen eingeschnittenen Felsen erreichen, der zu einer kraterartigen Vertiefung führt. Im Volksmund wird der Ort als „Kleiner Krater“ bezeichnet, eine Bezeichnung, die auf Berichte von Geologen des 19. Jahrhunderts zurückgeht. Der Name „Wolkenstein“ wurde damals von einem Geologen vergeben, der die Erhebung zunächst für einen echten Vulkankrater hielt.
Neuere geologische Erkenntnisse zeigen jedoch, dass es sich bei dem Wolkenstein nicht um einen ursprünglichen Krater, sondern um einen Nebenschlot handelt, der mit dem Bertenauer und Manrother Kopf in Verbindung steht. Ob dieser Schlot auch als Förderkanal für die Gesteinsschmelze fungierte, die südlich davon flächige Lavadecken bildete, bleibt ungeklärt. Die Entstehung des Wolkenstein wird in das Tertiär datiert, was einer Zeit von etwa sechs Millionen Jahren entspricht. Wie an vielen Basaltvorkommen im Westerwald wurde auch hier versucht, das Gestein abzubauen. Die Qualität des Basalts war jedoch zum Teil nicht ausreichend, was dazu führte, dass sich die Abbauaktivitäten auf andere Fundorte konzentrierten.
Zurück blieben ein auffälliger Einschnitt und eine steile Basaltwand – Überreste vergangener Abbauversuche. Diese Strukturen sind typisch für die Erkundung von Basaltkuppen in der Region und zeugen von der industriellen Nutzung vergangener Jahrhunderte. Im LiDAR-Geländemodell lassen sich ähnliche Strukturen auch am benachbarten Bertenauer Kopf erkennen, was darauf hindeutet, dass auch dort die Gesteinsqualität nicht den Erwartungen entsprach. Heute ist der Wolkenstein ein markanter Teil der Landschaft rund um Neustadt (Wied) und bildet zusammen mit dem Bertenauer Kopf eine geologische Einheit, die sowohl landschaftlich als auch geschichtlich von Bedeutung ist.
Der Wolkenstein ist Teil des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus und wird als Geotop geführt. Er steht exemplarisch für die vulkanische Vergangenheit der Region und die menschlichen Versuche, diese Ressource wirtschaftlich zu nutzen. Der Ort ist Zeuge einer längst vergangenen Zeit, in der die Natur durch menschliche Eingriffe beeinflusst wurde, und heute von der Natur wieder zurückerobert wird. Diese Kombination aus geologischem Interesse und historischer Dimension macht den Wolkenstein zu einem bemerkenswerten Punkt in der Kulturlandschaft von Neustadt (Wied).