Denkmal/Gedenkstätte

Kampbüchelkreuz mit Gerichtsstein

Leopoldstraße 22, 54550 Daun

Highlights

  • Auf dem Kampbüchel-Hügel in Daun stand bis 1714 eine mittelalterliche Gerichtsstätte mit Kapelle als barockem Sakralbau.
  • Restauriert 2008 durch den Eifelverein, markiert der Gerichtsstein heute die historische Hochgerichtsstätte des Amtes Daun seit dem 14. Jahrhundert.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang zum Gelände ermöglicht eine ungehinderte Erkundung des historischen Ortes für alle Besucher.
  • Die restaurierte Kapelle auf dem Kampbüchelkreuz bietet Einblicke in die mittelalterliche Gerichts- und Thingstätte mit archäologischer Bedeutung.
  • Die um 1714 errichtete Kapelle veranschaulicht architektonische Merkmale des Barock und Rokoko in der Region.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Kampbüchelkreuz mit Gerichtsstein in Daun

Das Kampbüchelkreuz mit Gerichtsstein in Daun ist ein faszinierendes Zeugnis mittelalterlicher Gerichts- und Kulttradition, das tief in der regionalen Geschichte verwurzelt ist. Der Standort am „Kampbüchel“ – ein Feldhügel (lateinisch *campus*, mittelhochdeutsch *Bühel*) – war bereits vor über einem Jahrtausend ein zentraler Ort für Thing- und Gerichtsversammlungen. Hier trafen sich die Menschen der Region zu rechtlichen Entscheidungen und kultischen Handlungen, lange bevor die erste Kapelle den Hügel prägte.

Die heutige Kapelle entstand im Barock- und Rokoko-Stil, wobei ihre Wurzeln noch weiter in die Vergangenheit reichen. Bereits im frühen Mittelalter diente der Platz als Hochgerichtsstätte des Amtes Daun, wo schwere Verbrechen verhandelt und urteilend abgeurteilt wurden. Der Gerichtsstein, ein markanter Felsblock, war dabei ein zentrales Symbol für die Ausübung der Gerichtsbarkeit. Später wurde an gleicher Stelle eine Kapelle errichtet, die als spiritueller Gegenpol zur harten Justiz diente und den Gläubigen Schutz und Trost bot.

Das Kampbüchelkreuz, ein barockes Kreuz mit figürlichen Darstellungen, wurde im 18. Jahrhundert hinzugefügt und verweist auf die christliche Prägung des Ortes. Es steht heute als stummer Zeuge der historischen Kontinuität zwischen heidnischer Thingstätte, mittelalterlichem Gericht und späterer sakraler Verehrung. Die harmonische Verbindung von Natur, Recht und Glauben macht den Ort zu einem einzigartigen Kulturdenkmal der Eifel.

Durch die Restaurierung des Eifelvereins Daun in den 2000er-Jahren wurde das Ensemble wiederhergestellt und für Besucher zugänglich gemacht. Der Gerichtsstein und das Kreuz laden heute dazu ein, die Spuren einer jahrhundertelangen Tradition zu erkunden – ein Ort, an dem sich Geschichte greifbar macht und die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart spürbar wird.

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