Friedhof
Highlights
- Der Friedhof in Deidesheim liegt nordwestlich der Ortschaft und ist als Denkmalzone geschützt.
- Die Friedhofskapelle wurde 1619 erbaut und ist dem Schutzpatron der Sterbenden geweiht.
- Erste Bestattungen fanden 1593 statt, ab dem 18. Jahrhundert wurden alle christlichen Toten hier begraben.
Tipps
- Besucher finden den Friedhof am nordwestlichen Ortsrand von Deidesheim, direkt neben dem Jüdischen Friedhof gelegen.
- Die Friedhofskapelle, erbaut 1619 und geweiht an Josef von Arimathäa, dient heute als Leichenhalle und ist kulturhistorisch bedeutsam.
- Parken ist am Friedhof möglich, der Leinhöhlweg verläuft in unmittelbarer Nähe und lädt zu einem anschließenden Spaziergang ein.
Eigenschaften
Über Friedhof
Der Friedhof von Deidesheim liegt am nordwestlichen Ortsrand der Stadt im Landkreis Bad Dürkheim, Rheinland-Pfalz. Er ist als Denkmalzone nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes ausgewiesen und beherbergt sowohl eine historische Friedhofskapelle als auch kulturhistorisch bedeutende Grabmäler. Im Osten grenzt direkt der Jüdische Friedhof an, während im Westen der Leinhöhlweg vorbeiführt, jenseits dessen die Weinlage Deidesheimer Leinhöhle liegt.
Der heutige Friedhof entstand außerhalb der ehemaligen Stadtmauern und wurde erstmals in einer Zeit erwähnt, als die Bevölkerung noch skeptisch gegenüber dieser neuen Bestattungsstätte war. Ursprünglich fanden hier hauptsächlich arme Bürger und Fremde ihre letzte Ruhe. Erst ab dem späteren Verlauf des 18. Jahrhunderts, als der alte Friedhof bei der Pfarrkirche nicht mehr genutzt wurde, entwickelte sich der neue Friedhof zum zentralen Begräbnisort für die christliche Bevölkerung. Die Friedhofskapelle, dem Schutzpatron der Sterbenden, Josef von Arimathäa, geweiht, wurde im frühen 17. Jahrhundert erbaut. Sie zeigt bereits barocke Einflüsse und verfügt über ein Portal mit der Jahreszahl 1619 sowie das damalige Stadtwappen von Deidesheim.
Im Zuge mehrerer Umbauten und Erweiterungen wurde die Kapelle im Laufe der Jahrzehnte verändert und um eine Leichenhalle ergänzt. So erhielt sie in den 1950er Jahren ein kleines Türmchen mit einer Glocke und wurde 1965 durch einen Querbau erweitert. Die Ummauerung des älteren Teils des Friedhofs stammt größtenteils aus dem 18. und 19. Jahrhundert, wobei einige Abschnitte noch älterer Herkunft sind. Die Grabmale spiegeln verschiedene Epochen wider – vom Spätbarock bis zur Neorenaissance. Besonders erwähnenswert ist der Grabstein von Wilhelm Michael Schmit aus dem Jahr 1784 sowie das aufwendige Familiengrab der Jordan/Bassermann-Jordan, das in neorenaissanceartiger Gestaltung gehalten ist.
Der Friedhof ist nicht nur ein Ort der Bestattung, sondern auch ein kulturhistorisches Zeugnis der Entwicklung der Stadt Deidesheim. Die Vielfalt der Epochen und Stilrichtungen der Grabmäler sowie die architektonischen Besonderheiten der Friedhofskapelle machen ihn zu einem bemerkenswerten Beispiel sakraler Kultur im rheinland-pfälzischen Raum.